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Sozialtraining in der Vorbereitung

Eine funktionierende Mannschaft definiert sich nicht nur über eine einheitliche Spielphilosophie und einstudierte taktische Muster. Darüber hinaus ist auch von Bedeutung, dass eine Mannschaft auf und neben dem Platz eine Einheit darstellt, gemeinsame Werte vertritt und diese auch lebt. Und auch das kann, genauso wie fußballspezifische Inhalte, vermittelt werden. Tim Linnemann nutzt die Saisonvorbereitung, um mit Hilfe von teambildenden Übungen gemeinsame Leitsätze und Ziele für die anstehende Spielzeit zu erarbeiten.


Leitsätze, Methodik und Ziele

Wir führen das Sozialtraining zunächst vor der neuen Saison mit unseren Jugendtrainern durch, um diese zu befähigen, das Erlernte mit dem Start an ihre jeweiligen Mannschaften weiterzugeben. Dabei sollen für jede Mannschaft die gleichen Leitsätze erarbeitet und etabliert werden. Sie sollen als Grundhaltungen unabhängig vom fußballerischen Können gelten:

  • Wir sind ein Team!
  • Wir helfen und coachen uns gegenseitig!
  • Wir greifen gemeinsam an!
  • Wir verteidigen gemeinsam!
  • Wir geben immer 100 Prozent und niemals auf!

Das Sozialtraining besteht aus Kooperations- und Wettbewerbsaufgaben sowie gruppendynamischen Übungen, die ausgiebig reflektiert und deren Lerneffekte auf den Platz übertragen werden. Die ersten beiden Übungen sollen die Leitsätze einführen, die letzten beiden Übungen dienen der Wiederholung und Vertiefung. Sie finden bewusst ohne Ball statt. Durch gezielte Reflexionen erfolgt dann der Rückbezug zum Spiel. Dafür ist es erforderlich, dass bei allen Beteiligten Grundwerte wie Ehrlichkeit, Offenheit und Respekt vorhanden sind. Die Trainer leben diese Werte vor und achten auf die Einhaltung einer solchen Gesprächsatmosphäre.

Ziele des Sozialtrainings sind neben einem intensiven Kennenlernen eine Verbesserung des Kommunikationsverhaltens und die Förderung der Kooperationsfähigkeit und -fertigkeit. Außerdem sollen die Teams lernen, auch bei wiederholten Frustrationen motiviert zu bleiben und konstruktiv mit Fehlern umzugehen. Der Spaß soll ebenfalls nicht zu kurz kommen. Durch den spielerischen Aufbau der Übungen findet ein Erleben statt, das über eine bloße kognitive Auseinandersetzung hinausgeht.

Für die Trainer bietet das Sozialtraining die Möglichkeit, die Charaktere ihrer Spieler und die Rollenverteilung innerhalb der Teams zu beobachten. Sie bekommen Eindrücke davon, wer Verantwortung übernimmt, wer lösungsorientiert denkt, aber auch, wer noch Probleme hat, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Das gibt Aufschlüsse darüber, welche Spieler für das Kapitänsamt oder andere Posten geeignet sind.


Übungsformen des Sozialtrainings

Organisation

  • 2 Gruppen bilden.
  • 1 Stuhl pro Spieler bereitstellen.

Zu erwartender Ablauf

  • Aufgabe Gruppe 1: »Baut ein Dreieck aus den Stühlen!«
  • Aufgabe Gruppe 2: »Baut aus allen Stühlen einen Pfeil!«
  • Es entsteht ein Wettbewerb.
  • Beide Teams wollen ihre Aufgabe schnellstmöglich erfüllen.
  • Es kommt zu Rangeleien um die Stühle.
  • Beide Gruppen arbeiten zunächst gegeneinander, wodurch beide Aufgaben nicht erfüllt werden können.
  • Einzelne Spieler liefern erste Impulse zur Lösungsfindung, da sie erkennen, dass beide Aufgaben nur gemeinsam zu lösen sind.

Musterlösung

  • Gruppe 1 stellt die Stühle so auf, dass sie von oben betrachtet einen Pfeil mit dreieckiger Spitze ergeben und Gruppe 2 steuert das Dreieck als Spitze bei (siehe Bild).

Variationen

  • Eine Zeit für die Lösung der Aufgabe vorgeben.
  • Redeverbot erteilen.
  • Belohnung oder Bestrafung für erfüllte bzw. nicht erfüllte Aufgaben

Organisation

  • Das gesamte Team befindet sich im Stuhlkreis.
  • Alle stehen auf und stellen sich hinter ihren Stuhl: Die linke Hand auf die Rückenlehne legen, die rechte Hand in die Hosentasche stecken.
  • Jeder kippt seinen Stuhl mit der linken Hand nach vorne, sodass dieser nach vorne fiele, wenn man ihn loslassen würde.

Zu erwartender Ablauf

  • Aufgabe für die Mannschaft: »Umrundet den Stuhlkreis als Mannschaft, ohne dass ein Stuhl fällt. Sollte ein Stuhl fallen, beginnt die Aufgabe von vorne!«
  • Zu Beginn kommt es mehrfach zu Fehlern.
  • Die optimale technische Durchführung wird besprochen.
  • Außerdem wird ein Signal oder Takt vorgegeben.
  • Trotz alledem kommt es weiterhin zu vereinzelten Fehlern.
  • Nach einigen konzentrierten Anläufen ist die Gruppe erfolgreich.

Musterlösung

  • Einer gibt das Signal bzw. den Takt vor.
  • Alle gehen einen Schritt weiter und halten den Stuhl des Vordermanns, bevor dieser umkippen kann (siehe Bild).
  • Nach jedem Schritt eine kleine Pause einlegen, um nicht zu schnell zu werden.
  • Spieler, die Fehler machen, werden ermutigt und motiviert.

Variationen

  • Eine Zeit für die Lösung der Aufgabe vorgeben.
  • Die Stühle nach hinten statt nach vorne kippen. In aller Regel fallen sie dann schneller, weil die Sitzfläche schwerer ist.
  • Die Stühle auf ein Bein stellen (sehr anspruchsvoll).
  • Einzelne bekommen die Augen verbunden. Sie können in der Reflexionsphase ihre Eindrücke in Bezug auf die Kommunikation besser wiedergeben.

Organisation

  • 1 Stuhl pro Spieler bereitstellen.
  • Alle Spieler stehen mit ihrem Stuhl hinter einer Linie.
  • Am anderen Ende eine zweite Linie markieren.
  • Den Abstand der beiden Linien so wählen, dass alle Stühle aneinandergereiht dazwischen passen.
  • Die gesamte Mannschaft muss versuchen, hinter diese zweite Linie zu kommen.
  • Dabei dürfen sie sich nur von Stuhl zu Stuhl bewegen.
  • Ein unbesetzter Stuhl wird sofort entfernt.
  • Berührt ein Spieler den Boden, muss das gesamte Team zurück zur Startlinie.

Zu erwartender Ablauf

  • Nach den vorherigen Übungen sollte es strukturiert und konzentriert vonstatten gehen.
  • Oftmals passiert es jedoch, dass die ersten Spieler überhastet von ihrem Stuhl über die Ziellinie springen, dabei vergessen, dass ihr Stuhl nun entfernt wird und für die Mannschaft dadurch ein Nachteil entsteht.

Musterlösung

  • Ein Spieler geht vor, stellt seinen Stuhl über die erste Linie und stellt sich darauf.
  • Dieser erhält von seinem Hintermann den nächsten Stuhl, stellt ihn vor sich und setzt einen Fuß darauf.
  • Den zweiten Fuß setzt er erst auf den zweiten Stuhl, wenn sein Hintermann bereits einen Fuß auf dem Stuhl hat (siehe Bild).
  • Somit ist keiner der Stühle unbesetzt.
  • Der Ablauf wird so fortgeführt, bis alle hinter der Ziellinie sind.

Variationen

  • Eine Zeit für die Lösung der Aufgabe vorgeben.
  • Die Anzahl der Stühle reduzieren.

Organisation

  • 2 bis 3 Freiwillige (Gruppe 1) verlassen den Raum.
  • 6 bis 8 Freiwillige (Gruppe 2) bilden einen Stuhlkreis.
  • Die übrigen Spieler sind Beobachter.
  • Auftrag für Gruppe 1: Führt eine ausgiebige Unterhaltung, in der ihr einen Mannschaftsabend in Form eines gemeinsamen Grillens plant (siehe Bild). Dabei ersetzt ihr die folgenden Wörter durch andere Begriffe, die mit dem Thema Grillen nichts zu tun haben: Grill, Toast, Bratwurst, Ketchup, Salat, Kohle, Feuer, Getränke.
  • Auftrag für Gruppe 2: Versucht, an der Unterhaltung teilzunehmen.

Zu erwartender Ablauf

  • Gruppe 1 einigt sich auf die zu ersetzenden Wörter: ‘Grill’ wird z. B. durch ‘Kleiderschrank’, ‘Bratwurst’ durch ‘Turnschuh’ usw. ersetzt.
  • Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  • Wenn sich alle die Wörter gemerkt haben, kommen die Spieler von Gruppe 2 in den Raum.
  • Ein völlig absurd wirkendes Gespräch beginnt.
  • Gruppe 2 kann dem Gespräch nicht folgen und es wird deutlich, dass ohne eine gemeinsame Sprache keine Verständigung möglich ist.

Musterlösung

  • Bei dieser Übung gibt es keine Musterlösung, weil die Übung darauf ausgelegt ist, eine von außen nicht nachvollziehbare Sprache zu sprechen.

Gruppenarbeit

  • Es sollen gemeinsame Kommandos erarbeitet werden, die für eine einheitliche Kommunikation auf dem Fußballplatz sorgen.
  • Beispiele für Kommandos: »Rechte/linke Schulter!«; »Dreh dich!« »Klatsch!« »Hintermann!« »Druck!« »Verzögern!« »Diagonal!« usw.


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    • Datum
      02.07.2019
    • Kategorien
      C-Junior/-in B-Junior/-in A-Junior/-in Trainerwissen Teamumfeld
    • Tags
      Trainerwissen , Teamumfeld
    • Funktionen