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Ab in den Sand: Beachvolleyball ist auch was für Fußballer!

Sonne, Sand und mehr – im Sommer ist Beachvolleyball am Strand und an Seen nicht mehr wegzudenken. Die Sportart hat einfach dieses besondere Flair, das jeden anzieht. Es macht Spaß, im Sand nach Bällen zu hechten, sie über das Netz zu schmettern und das Wetter zu genießen. Auch, seit Julius Brink und Jonas Reckermann 2012 in London und Kira Walkenhorst und Laura Ludwig 2016 in Rio Olympiasieger geworden sind, boomt Beachvolleyball in Deutschland.

Eine, die sich bestens mit der Sportart auskennt, ist Linda Dörendahl. Sie stand einst vor der Wahl zwischen Hallen- und Beachvolleyball und ist schlussendlich Profi und Nationalspielerin in der Halle geworden. Aus ihrem Faible für den Sand macht sie dennoch keinen Hehl, hat sie doch selbst viele Jahre aktiv gespielt. Wir haben Linda gefragt, was die Sportart so attraktiv macht, wer alles Beachvolleyball spielen und welche Tipps sie Anfängern geben kann. Dabei stellt sich heraus: Fußballer bringen von Haus aus einiges mit, um gute Beachvolleyballer zu sein!


Frage: Deutschland ist Olympia-Sieger! Linda, hast du das kommen sehen?

Linda: Jeder, der mit Volleyball zu tun hat, hat sich für Kira Walkenhorst und Laura Ludwig gefreut. Sie hatten ihr Ziel frühzeitig und deutlich formuliert. Ich habe früher mit Laura in Berlin gespielt und als die beiden sich mit ihrem Team zusammengeschlossen haben war abzusehen, dass sie eine Chance haben, den Titel zu holen, wenn sie ihr spielerisches Niveau möglichst lange halten können. Dass es schlussendlich so dominant war, hatte ich nicht erwartet. Beachvolleyballer sind immer muskulös und fit. Doch auch, wenn man sich die Körper der beiden anguckt, hat sich einiges getan. Das intensive, zielgerichtete Training hat perfekt gefruchtet und sie waren trotz mancher Rückschläge wie Verletzungen auf den Punkt topfit und konnten ihre Leistung abrufen.

Frage: Was macht die Sportart für dich aus?

Linda: Beachvolleyball ist ein Teamsport, doch im Endeffekt spielst du vor allem alleine. Bei zwei Spielern ist einer stets der schwächere. Für den Gegner ist das augenscheinlich, sodass meist auf diesen Spieler gelenkt wird. Als Sportler setzt du dich damit auseinander, vielleicht der schwächere zu sein und diese Rolle zu meistern. Wenn du der bessere bist, musst du dich auch mit der Situation beschäftigen und überlegen, wie du deinem Partner helfen kannst. Das Funktionieren im Team, obwohl die Rollen klar verteilt sind, macht das Spiel hochinteressant und schwierig. Du kannst dich im Spiel nicht verstecken. Bei größeren Mannschaften wie im Fußball oder auch im Hallenvolleyball ist es wahrscheinlicher, dass du ein Spiel gewinnst, obwohl du selbst einen miserablen Tag hattest. Im Beachvolleyball nutzt der Gegner das eiskalt aus und du hast eigentlich keine Chance, als Sieger vom Platz zu gehen. Das schwächste Glied entscheidet. Dieser Aspekt wird häufig verkannt und unterschätzt.

Frage: Was verbindest du mit dem Sport?

Linda: "Sommer, Sonne, Strand und Sport" ist das, was Beachvolleyball für jedermann ausmacht. Man spielt deutlich lieber, wenn die Sonne scheint und genießt das Flair. Für Profis spielt dieser Aspekt eigentlich keine Rolle mehr, denn da geht es rein um die Ausübung des Sports bei jedem Wetter.

Frage: Wie bist du zum Beachvolleyball gekommen?

Linda: Mit 18 Jahren habe ich im Sportinternat in Schwerin gewohnt. Dann kam ich mit einer Freundin auf die Idee, Beachvolleyball zu spielen, habe vier bis fünf Sommer aktiv an Turnieren teilgenommen und war jedes Wochenende unterwegs. Vor allem auch an der Ostsee ist die Sportart weit verbreitet. Es gibt einige Spielrunden, an denen man teilnehmen kann. Schlussendlich stand ich vor der Entscheidung zwischen Hallen- und Beachvolleyball und habe mich für die Halle entschieden. Beachvolleyball spiele ich nur noch zum Spaß.

Frage: Ist Beachvolleyball ein Sport für jedermann?

Linda: Volleyball an sich ist eine technisch anspruchsvolle Sportart. Am Strand fällt alles jedoch deutlich leichter. Das Hinschmeißen auf den Boden ist im Sand kein Problem. Wer etwas Ballgefühl hat und diesen hochhalten kann, kann auch Beachvolleyball spielen. Dabei sind vor allem auch Fußballer im Vorteil, denn im Sand darfst du ja auch mit dem Fuß spielen. Wer am Strand genau hinguckt sieht schon, dass nicht immer echte Volleyballer am Werk sind. Dennoch sieht es sehr häufig nach Beachvolleyball aus und es kommen schnell schöne Ballwechsel zu Stande. Wenn Volleyballer aus der Halle in den Sand gehen, sieht es zunächst nicht danach aus, dass sie wirklich Profis sind. Du musst dich an die Gegebenheiten gewöhnen, daran, dass du nicht mehr zu sechst, sondern nur noch zu zweit spielst. Die Feldgröße ist schon anspruchsvoll, doch spielen kann eigentlich jeder. In den jüngeren Altersklassen wird 4 gegen 4 gespielt. Um den Untergrund wahrzunehmen und sich auf zunächst kleinerem Feld zu akklimatisieren, ist das ideal.

Frage: Welche Tipps gibst du Beachvolleyball-Anfängern?

Linda: Such dir einen Spielpartner, mit dem du auch außerhalb des Feldes gut klarkommst. Vor allem in den Anfängen solltest du mit jemandem spielen, mit dem du dich gut verstehst. Der Sport belastet eine Beziehung, kann sie aber auch in ganz neue Höhen treiben. Es macht einfach mehr Spaß, mit einem Freund oder einer Freundin zu spielen. Du solltest dir zudem klarmachen, dass leider nicht immer die Sonne scheint, es nicht immer warm ist und es auch mal Turniere gibt, bei denen du Winterjacke, Regenjacke und Wollsocken brauchst. Nichtsdestotrotz solltest du stets Sonnencreme dabeihaben. Zu Beginn heißt es ausprobieren, dranbleiben und Spaß haben.

Frage: Wie beurteilst du die Belastung beim Ausüben der Sportart?

Linda: Beachvolleyball ist gelenkschonend. Knieprobleme treten durch den Untergrund sehr selten auf. Dennoch ist es auch sehr anstrengend. Das Springen im Sand, aus dem nur schwer hochzukommen ist, belastet die Muskulatur. Koordinative Fähigkeiten sind bei den vielen kurzen Bewegungen gefragt. Antizipation spielt eine große Rolle. Zu zweit auf dem Feld hat der Gegner viele Möglichkeiten, dich auszuspielen. Spielfähigkeit und Vorausahnen, wo der Ball hingehen könnte, sind das A und O.

Frage: Welche Trainingseffekte hat Beachvolleyball?

Linda: Schon relativ kurzfristig lernst du besser zu erkennen, was dein Gegenspieler möglicherweise vorhat. Wie wird die Hand geführt, wie ist der Anlauf zum Angriffsschlag, in welche Richtung geht der Ball möglicherweise? Wer früh im Sand aktiv ist, lernt diese Dinge schnell zu antizipieren und agiert dadurch deutlich sicherer auf dem Feld.

Frage: Ist Beachvolleyball ein guter Ausgleich zum Fußball?

Linda: Auf jeden Fall. Nach einem Spiel als regenerative Einheit sind auch Fußballer manchmal im Sand. Es macht einfach Spaß, sich hinzuschmeißen und dabei nicht wehzutun. Als Ausgleich zum Fußball, auf anderem Untergrund, hauptsächlich mit anderen Körperteilen zu spielen, ist es ideal. Beachvolleyball schont die Gelenke und wer Fußball spielen kann, wird auch im Sand nicht die schlechteste Figur abgeben.


Beachvolleyball mit Götze, Hector und Höwedes


Frage: Gibt es einen bestimmten Typ Beachvolleyballer?

Linda: Für mich gibt es eigentlich nicht den Typ Beachvolleyballer. Da wirklich jeder diese Sportart ausüben kann, sehe ich ihn nicht als klischeehaften Strand- und Surfertyp. Beachvolleyballer, die länger dabei sind, sind häufig gut durchtrainiert und muskulös. Mit der Zeit entwickelt sich ein gewisser Klamotten-Stil, der aber vor allem durch die Funktionalität und das vorherrschende Wetter geprägt ist.

Frage: Kannst du Beach- von Hallenvolleyball abgrenzen?

Linda: Beach- und Hallenvolleyball sind für mich völlig unterschiedliche Sportarten. Die Technik ist ähnlich, alles andere aber kaum miteinander zu vergleichen. So sind die äußeren Umstände Halle/Strand, die Mannschaftsgröße und auch die Anforderungen an den Sport und den Sportler nicht gleichzusetzen. Das Feld ist mit 8 x 8 Metern pro Seite kleiner, statt zu sechst wird zu zweit gespielt, im Hallenvolleyball hast du die Möglichkeit, ein- und auszuwechseln, im Beachvolleyball nicht. Im Hallenvolleyball gibt es immer eine Sommerpause, Beachvolleyballer trainieren fast das ganze Jahr durch.

Frage: Warum soll ich Beachvolleyball spielen?

Linda: Das besondere Flair macht diese Sportart einfach aus. Der Sand entfacht ein spezielles Gefühl. Bei Turnieren und auch beim Spiel in der Freizeit kannst du schnell Leute kennenlernen, die ähnlich offen sind und sich für die Sportart begeistern. Wenn du einfach Bock hast, dich auszupowern und dich auf die Sportart einlässt, wirst du viel Freude haben und schnell Fortschritte erzielen.


Weitere Tipps und Informationen zu anderen Sportarten sind unter 'Themenverwandte Links' zusammengestellt.