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Die TSG Wieseck betreibt Talentförderung in Mittelhessen

Luca Waldschmidt (Hamburger SV), Nico Rinderknecht (Preußen Münster), John-Patrick Strauß (FC Erzgebirge Aue), Daniel Davari (MSV Duisburg) und Okan Derici (Gaziantep BB) haben einiges gemeinsam. Sie alle sind Profis, und sie alle entstammen dem selben Verein: der TSG Wieseck, einem kleinen Mehrspartenverein aus Mittelhessen. Denis Solmaz, Leiter des JugendFörderzentrums der TSG sowie U17-Trainer, und A-Junioren-Trainer Fabian Durst stellen das Nachwuchskonzept des Vereins aus dem Gießener Stadtteil näher vor.

Die engagierte Arbeit vieler Trainer ist die Basis für den großen Erfolg der TSG. Einige Mannschaften spielen in den höchsten Landesklassen. Den C-Junioren gelang in der Saison 2015/16 sogar der Aufstieg in die Regionalliga Süd, wo sich das Team seither mit Klubs wie dem FC Bayern München, dem VfB Stuttgart, der TSG 1899 Hoffenheim und vielen weiteren Profiklubs misst.

Der Erfolg der Gießener hat die Scouts aus den Leistungszentren auf den Plan gerufen. Einerseits sind die Wiesecker stolz auf die vielen Nachwuchsspieler, die in die Leistungszentren wechseln, auf der anderen Seite stellt dies jedoch Jahr für Jahr eine enorme Herausforderung dar, weil immer wieder die besten Talente ersetzt werden müssen. Hieraus resultierte der ‚Wiesecker Weg’.

Verantwortungsbewusstsein durch Partizipation

Das Fundament des Wiesecker Wegs ist zweifelsfrei eine funktionierende Trainerschaft, die wie eine Mannschaft zusammenspielt. Dabei hat so gut wie jeder Trainer über sein Team hinaus noch einen weiteren Verantwortungsbereich im JugendFörderzentrum. Die Aufgaben sind dabei geprägt von einer enormen Entscheidungsfreiheit der jeweiligen Mitarbeiter. Neben dieser Freiheit und einer klaren Fachbereichszuordnung ist die gute Stimmung unter den Trainern ein Garant für das hohe Engagement aller Beteiligten.

Entscheidungsfreiheit und Persönlichkeitsentwicklung bilden auch wichtige Grundpfeiler in der Ausbildung der Spieler. Die TSG Wieseck versucht, Spieler auszubilden, die auf dem Platz eigene Entscheidungen treffen und den Mut haben, Dinge einfach auch mal auszuprobieren. Diese konzeptionelle Ausrichtung zieht sich wie ein ‚roter Faden‘ vom neugegründeten TSG-Kidszentrum bis hin zu den U19-Junioren. Fehler werden dabei in Kauf genommen. Dem zugrunde liegt die Überzeugung, dass ein souveräner Umgang mit Fehlern ein wichtiges Merkmal einer Spielerpersönlichkeit ist und somit erlernt bzw. erfahren werden muss.

Entsprechend schlüssig fügt sich das regelmäßige Eigentraining in die Ausbildungsphilosophie ein. In zahlreichen Trainingseinheiten haben die Talente Zeit, intensiv und eigenverantwortlich an ihren Schwächen zu arbeiten. So bestimmen die Spieler den Trainingsplan indirekt mit! Außerdem lassen sich so gute technische Voraussetzungen (z. B. Beidfüßigkeit) schaffen.

Organisation

  • Vor dem Strafraum ein 10 x 10 Meter großes Feld markieren und eine umgedrehte Bank gemäß Abbildung aufstellen.
  • 1 Tor mit Torhüter aufstellen.

Ablauf

  • Der Angreifer läuft den ballbesitzenden Verteidiger an.
  • Dieser passt aus dem Dribbling per Bandenspiel zum Angreifer.
  • 1 gegen 1 auf das Tor.
  • Der Verteidiger passt nach einer Balleroberung gegen die Bank.

Variationen

  • Erschweren: Ein Zeitlimit für den Abschluss setzen.
  • Erleichtern: Der Angreifer startet mit Ball am Fuß.

Organisation

  • Auf dem Flügel eines Spielfeldes ein 15 x 10 Meter großes Feld markieren und 1 Minitor gemäß Abbildung aufstellen.

Ablauf

  • Der Angreifer startet und versucht, mit Ball am Fuß die gegnerische Grundlinie zu überdribbeln.
  • Der Verteidiger kontert nach Ballgewinn auf das Minitor.

Variationen

  • Erschweren: Ein Zeitlimit für den Abschluss setzen.
  • Erschweren: Das 1 gegen 1 beginnt mit Zuspiel des Verteidigers.

Organisation

  • 2 Jugendtore im Strafraum gemäß Abbildung gegenüber aufstellen.
  • Die Positionen (Sechser mit Bällen, Außenspieler ohne) gemäß Abbildung besetzen.

Ablauf

  • Die zentralen Spieler dribbeln an und spielen einen Flugball auf den Außenspieler, der den Ball an- und mitnimmt und in das Tor flankt.

Variationen

  • Die Jugendtore entfernen und stattdessen einen Torhüter ins Tor stellen, der die Flanken abfängt.
  • Den Flugball auf die gegenüberliegende Seite spielen.

Organisation

  • Im Strafraum die Positionen gemäß Abbildung besetzen.
  • Blau sind die Angreifer, Rot die Verteidiger.
  • 1 Tor ohne Torhüter aufstellen.

Ablauf

  • Angreifer und Verteidiger köpfen im Wechsel nach scharfen Zuwürfen der Anspieler.
  • Der Angreifer soll den Kopfball ins Tor verwerten, der Verteidiger den Ball per Kopf klären.
  • Die Aufgaben nach jeder Aktion tauschen.

Variation

  • Das Tor mit einem Torhüter besetzen.

Organisation

  • Ein 12 x 12 Meter großes Feld mit 3 Hütchentoren markieren.
  • Eine umgedrehte Bank gemäß Abbildung aufstellen.
  • Jeder Spieler hat 1 Ball.
  • Ein Spieler steht im Feld, die anderen stellen sich hintereinander auf.

Ablauf

  • Mit dem Pass gegen die Bank zeigt der vorderste Spieler eine Zahl von 1 bis 3 auf, welches das zu durchdribbelnde Hütchentor vorgibt.
  • Nach dem Schulterblick den Ball in Richtung des entsprechenden Hütchentores an- und mitnehmen und hindurch dribbeln.
  • Danach folgt der nächste Spieler usw.

Natürlich bleibt das den Talentsuchern nicht verborgen: Allein in der Saison 2015/16 wechselten zwölf Spieler in verschiedene Leistungszentren, zum Ende der Saison 2016/17 verließen neun weitere Akteure das JugendFörderzentrum der Gießener. „Momente wie der Kopfball des Ex-Wieseckers Gianluca Waldschmidt zum Klassenerhalt des Hamburger SV in der vergangenen Saison berühren uns emotional und bestätigen uns in unseren Ausbildungsprinzipien“, so der Leiter des JugendFörderzentrums, Denis Solmaz.

Das große Interesse an den Wiesecker Talenten hat jedoch auch für die Mannschaften der TSG einen großen Mehrwert: In der Saisonvorbereitung kommt es jahrgangsübergreifend zu zahlreichen Testspielen gegen die Teams aus den Leistungszentren. Dies ist für die Spieler eine weitere Möglichkeit, sich bei den ‚Großen‘ zu präsentieren und sich mit den stärksten Nachwuchsteams Deutschlands zu messen.

Um das Standing der TSG Wieseck als Ausbildungsverein auch in Zukunft zu manifestieren, arbeiten die Verantwortlichen stets an neuen Projekten, die einen Mehrwert für den Spieler wie für den Verein darstellen. Neben einem hochklassig besetzten Hallenmasters zählen die Trainingslagerfahrten zu den Höhepunkten jeder Saison. Ein weiteres vielversprechendes Projekt ist das neu eröffnete TSG-Kidszentrum, das den Kinderfußball qualitativ und vor allem nachhaltig stärken soll.

Des weiteren besteht eine sehr intensive Kooperation mit Eintracht Frankfurt. Die besten Talente des Vereins trainieren einmal monatlich bei den 'Adlern' mit. Auch gemeinsame Trainerfortbildungen sowie Unterstützung in vielen anderen Fragen charakterisieren diese Kooperation.

So froh die Wiesecker über die positive Entwicklung rund um die TSG sind, so gilt es dennoch, viele alltägliche Herausforderungen zu meistern. Zwar wurden neue Sponsoren gewonnen, doch ist die Anzahl der Firmen, die bereit sind, die Jugendarbeit zu unterstützen, immer noch ausbaufähig. Leider werden die Leistungen im Jugendleistungsfußball oftmals nur durch lobende Worte anerkannt. Doch dieses Problem haben die Wiesecker mit vielen anderen Vereinen in Deutschland gemein! Was zählt, ist, was man aus den zur Verfügung stehenden Ressourcen zu leisten imstande ist. Und in dieser Hinsicht haben die Verantwortlichen der TSG Wieseck aus Mittelhessen wirklich ganze Arbeit geleistet!