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Amateurstatistiken

Vom Punkt die Nerven behalten

Elfmeter spielen bei dieser Weltmeisterschaft eine große Rolle. Bereits in der Gruppenphase verhängten die Schiedsrichter eine Vielzahl an Strafstößen, die Weltstars wie Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi gelegentlich ungenutzt ließen. Während ein verschossener Elfmeter während des Spiels noch auszubügeln ist, sind Fehlschüsse im Elfmeterschießen deutlich folgenreicher. Spanien und Dänemark wurden diese schließlich zum Verhängnis. Russland und Kroatien feierten dagegen ausgelassen ihr Glück und Geschick im Nervenkrimi vom Punkt.

Der Kroate Luka Modric durchlebte beide Szenarien innerhalb von nur wenigen Minuten. In der Verlängerung scheiterte er mit seinem Strafstoß noch am dänischen Torhüter Kasper Schmeichel. Entscheidung vertagt, jetzt musste das Elfmeterschießen den Sieger ermitteln. Es gibt Spieler, die sich einen zweiten Versuch nicht zutrauen und lieber die Mitspieler vorlassen. Aber Modric scheute die Verantwortung nicht und machte es im zweiten Anlauf besser. Modric war einer von drei Kroaten, die erfolgreich verwandelten und ihr Land damit ins Viertelfinale schossen.

Eine Fußball-Weisheit besagt: Elfmeter werden im Kopf entschieden. Schließlich hat der Schütze alle Trümpfe in der Hand und ist dem Torhüter aus elf Metern zentraler Torentfernung klar überlegen. Auch wenn sich der Torhüter für die richtige Ecke entscheidet, ist er gegen einen harten und platzierten Schuss in der Regel machtlos. Um seine Erfolgsaussichten zu verbessern, greift der Torhüter deshalb oft in die (Psycho-)Trickkiste. Er geht vor dem Elfmeter noch einmal auf den Schützen zu, baut sich auf, tigert in seinem Fünfmeterraum umher, bevor ihn der Schiedsrichter auf die Linie schickt. Manchmal schlägt er auch gegen die Torlatte, um das Gehäuse samt Netz in Wallung zu bringen. Die Botschaft an den Spieler: "Ich bin der Stärkere von uns beiden und du hast keine Chance!" Für den Schützen hat der Kampf mit den eigenen Nerven längst begonnen. Gleichzeitig muss er sich für eine der vielfältigen Optionen entscheiden.

So konsquent wie Simon Kjaer seine Zweikämpfe führt, so schießt er auch seine Elfmeter. Dänemarks Kapitän knallte den Ball einfach oben in den Winkel. Kroatiens Keeper Danijel Subasic wusste gar nicht, wie ihm geschah. Elfmeter wie diese sind immer unhaltbar. Gleichzeitig sind sie aber auch risikoreich und nicht jeder Spieler traut sie sich zu.


Auch dieses Prinzip wurde im Laufe des Turnieres schon angewandt. Die Hoffnung des Stürmers: Der Torhüter wird sich schon in eine Ecke bewegen und dann habe ich freie Bahn. Die Gefahr dabei: Bleibt der Torwart stehen, sind die Erfolgsaussichten geschwindend gering. Aber auch wenn sich der Torhüter für eine Ecke entscheidet, hat er noch Abwehrchancen. Igor Akinfeev machte es vor und hielt Iago Aspas Elfmeter mit dem ausgefahrenen Bein.


Den Torhüter verladen und dann cool und lässig in die andere Ecke schieben. Spielern, denen das gelingt, wird oft eine ausgeprägte Nervenstärke bescheinigt. Oft aber ist es ein Spiel mit dem Feuer. Denn die Taktik des Schützen ist es, auf eine Reaktion des Torhüters zu warten und sich erst dann für die andere Ecke zu entscheiden. Je länger der Torhüter stehen bleibt, desto schwieriger wird es für den Schützen. Und umso peinlicher kann es für ihn letztendlich werden.


Die vielleicht sicherste Variante: Die Psychospiele des Torhüters ausblenben, einfach eine Ecke wählen und sich dann darauf konzentrieren, den Ball möglichst flach, platziert und präzise zu versenken. Vereint der Schuss alle drei Eigenschaften, hat der Torhüter kaum eine Chance.


Ob ein Elfmetertraining wirklich Sinn macht, daran scheiden sich oft die Geister. Denn die Situation im Spiel, in einer hektischen und entscheidenden Phase, einen Elfmeter schießen zu müssen, lässt sich kaum simulieren. Das Wichtigste für den Schützen ist: Einen kühlen Kopf zu bewahren und an die eigenen Fähigkeiten zu glauben. Vielleicht auch ein bisschen an die Statistik, die ja besagt, dass es in den meisten Fällen für den Schützen dann doch gut ausgeht.