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Unter Druck die Nerven behalten!

Die Nachspielzeit läuft. Noch immer steht es 0:1. Bestimmt nur noch eine Chance, dann pfeift der Schiedsrichter ab. Und gerade jetzt stürmt der eigene Angreifer am Strafraumeck an den gegnerischen Verteidigern vorbei!

Wer kennt solche Situationen nicht? Und wer hat in ähnlichen nicht auch schon einmal mitfiebernd an der Seitenlinie gestanden! Behält der Ballbesitzer die Nerven? Der Winkel wird jedenfalls immer spitzer! Doch im Zentrum läuft ein zentral-offensiver Mittelfeldspieler mit!

Was schießt dem Ballbesitzer jetzt durch den Kopf? Verantwortung übernehmen für's Team und selbst abschließen? Den Kopf heben und nach dem besser postierten Mitspieler Ausschau halten? Egal, wie die Entscheidung auch ausfällt – sie sollte schnell erfolgen! Der gegnerische Torhüter kommt bedrohlich näher, und der Winkel wird spitzer und spitzer!

Nur sehr selten kommen Spieler in eine ähnliche Situation – trotzdem ist sie wohl jedem präsent! Doch wenn es soweit ist, hat der betreffende Spieler nur einen einzigen Bruchteil einer Sekunde. Und da viel von der Entscheidung abhängt, kann sie dafür anfällige Spieler durchaus beeindrucken!

Wie oft hört man: "Der Druck war zu hoch, die Nerven haben versagt!" In einem solchen Moment fühlen sich die Muskeln wie Pudding an. Das Gelenk, das ja beim Schuss bekanntlich fest fixiert sein soll, beginnt zu 'schlabbern'. Und das, obwohl man so stark auf den Schuss konzentriert ist, dass man noch nicht einmal den mitgelaufenen Mitspieler im Zentrum wahrnimmt! Der Schuss folgt. Doch der Spieler hat den Ball nicht richtig getroffen. Der Torhüter braucht nicht einmal wirklich zu parieren. Das Leder fliegt am Tor vorbei!

Drucksituationen sind trainierbar!

Auch wenn ein Spieler nur wirklich selten in eine solche Situation gelangt – das gezielte Training von Drucksituationen macht Sinn! Es schärft den Blick für eine Vielzahl an Situationen, nicht nur für die oben geschilderte. Einem Spieler, der es gewohnt ist, unter Druck zu agieren, gelingt es, die Umgebung vollends auszublenden, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und dabei stets die Übersicht zu behalten.

Leichter gesagt als getan? Keineswegs! Die regelmäßige Anwendung von Provokationsregeln mit außergewöhnlichen Punktwertungen schafft schnell Abhilfe. Wie bei vielen anderen Inhalten im Fußball auch, macht eine entsprechende Anzahl an Wiederholungen den Gewöhnungseffekt aus – so also auch im Falle von Drucksituationen. Die vom Trainer geschaffenen Situationen gilt es zu meistern – damit die eine, die im Spiel gegebenenfalls irgendwann einmal wirklich auftreten mag, dann auch erfolgreich gemeistert wird!

Nachfolgend stellen wir einige kleine kurzzeitige Veränderungen der Regeln in Trainingsspielen vor. Diese lassen sich problemlos in alle möglichen Spielformen integrieren. Dabei gilt: Je überraschender die kurzfristige Regeländerung erfolgt, desto mehr erinnert sie an die ganz plötzliche Situation im Spiel, in der der Stürmer am Ball in der Nachspielzeit unmittelbar vor dem Gegner-Tor auftaucht!

Geben Sie mitten in einem laufenden Trainingsspiel plötzlich das Kommando, dass alle Treffer einer Mannschaft doppelt zählen! Geben Sie zudem eine kurze Zeitspanne vor, in der diese Sonderregel gilt (Beispiel: "In den nächsten 60 Sekunden zählen alle Tore von Blau doppelt!"). Allein dieses Kommando kann kurzzeitig Unordnung bei den Verteidigern auslösen. Wer schnell schaltet und den Überblick behält, kann dies sofort ausnutzen.

Andererseits: Mit jeder Sekunde, die verrinnt, steigt der Druck auf das betreffende Team, den Vorteil auch erfolgreich abschließen zu können. Wer behält in dieser Situation 'kühlen Kopf'?

Ähnlich wie bei der Maßnahme, die Treffer eines Teams doppelt zählen zu lassen, könnte dies auch für einen einzelnen Spieler einer Mannschaft vorgegeben werden. So steigt der Druck speziell auf diesen Spieler und die Zuspiele seiner Mannschaftskameraden werden sich auf ihn konzentrieren.

Entsprechend muss der Spieler stets darauf achten, möglichst immer in aussichtsreicher Position anspielbar zu sein. Trainiert wird neben einem intensiven Anbieten und Freilaufen auch die Druckresistenz beim Torabschluss.

Für einen kurzen Zeitraum (z. B. 1 Minute) kommen zusätzliche Spieler aufs Feld, die ein bestimmtes Team unterstützen und so für eine Überzahlsituation sorgen können. Je kürzer dieser Zeitraum ist, desto höher der Druck, in der betreffenden Zeit auch ein Tor zu erzielen.

Hier gilt es besonders, den Überblick zu bewahren und die Überzahl vor dem Gegner-Tor auch sauber auszuspielen. Diese Provokationsregel schult entsprechend in erster Linie, den Kopf zu heben und besser postierte Mitspieler zu erkennen.

Um besonders zielstrebige Torabschlüsse einzufordern, kann jeder Ausball mit einem Elfmeter für den Gegner geahndet werden. Verfehlt der jeweilige Schütze also das Tor, so wird dies durch den Gegner-Strafstoß 'bestraft'.

So lässt sich besonders beobachten, wer im Team trotz dieser harten Zusatzregel bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und wer diese lieber zu einem Mitspieler weiterschiebt.

Diese 'Provokationsregeln' stellen nur eine kleine Auswahl der bestehenden Möglichkeiten dar. Der Kreativität des Trainers sind bei der Stellung solcher Zusatzaufgaben kaum Grenzen gesetzt. Allerdings sollten die Zeiträume innerhalb eines Spiels recht kurz gehalten werden und sich jeweils mit deutlich längeren freien Spielphasen abwechseln.

Um den Druck weiter zu steigern, kann der jeweilige Gegner einen Zusatzpunkt erhalten, wenn es ihm gelingt, die jeweilige Zeitspanne ohne einen Gegentreffer zu überstehen. Oder die Spieler der erfolglosen Mannschaft müssen jeweils fünf Liegestütze absolvieren!

Auch können die Zusatzregeln teilweise miteinander kombiniert werden: "Treffer von Blau zählen doppelt, jeder Fehlversuch gibt Elfmeter für den Gegner!" Und so weiter und so fort!

Das Team auf Drucksituationen einstellen!

Machen auch Sie Ihr Team mit Drucksituationen vertraut, so dass diese im Spiel nichts Besonderes mehr sind. Dann wird Ihr Spieler in der Nachspielzeit den Blick vom Ball heben und mit festem Fußgelenk am gegnerischen Torhüter vorbei auf den mitgelaufenen Mitspieler ablegen. Dieser schiebt den Ball konzentriert über die Linie und bewahrt sein Team so vor einer Niederlage!