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Die Evolution von RB Leipzig unter Nagelsmann

RB Leipzig hat sich in wenigen Jahren zu einer europäischen Spitzenmannschaft entwickelt. Der Vater des Erfolgs ist Ralf Rangnick, der dem Klub eine klare Identität verpasste. Mit der Verpflichtung von Julian Nagelsmann konnte der Verein den nächsten Schritt nach vorne machen. Er behielt den erfolgreichen Umschaltfußball bei, setzte seine Ideen des Ballbesitzspiels oben drauf und machte das Team so noch stärker und unberechenbarer.

Einmaliger Durchmarsch

Die Vereinsgeschichte von RB Leipzig liest sich wie ein Märchen. Von der 4. Liga schaffte es der Klub in relativ kurzer Zeit in den europäischen Top-Fußball. Sicherlich mit tatkräftiger finanzieller Unterstützung, aber dennoch mit einem stringenten und konsequent umgesetzten Konzept, was RB-Macher Ralf Rangnick implementierte. Er war es, der Leipzig eine klare Spielidee verpasste, die auf Tempofußball mit aggressivem Pressing und schnellem Umschaltspiel basierte.

Der gewöhnliche Entwicklungsprozess einer Mannschaft zu einem Spitzenteam ist häufig auch mit einer Anpassung und Weiterentwicklung der Spielidee verbunden. Vermeintlich "kleinere" Gegner verteidigen tiefer, was zwangsläufig dazu führt, dass die Mannschaft mehr Ballbesitz hat. Mit der Verpflichtung von Julian Nagelsmann holte RB Leipzig einen hochtalentierten Coach, der sowohl für die vorher bereits wichtigen Elemente der Spielidee steht (Tempo- und Umschaltfußball), gleichzeitig aber auch etwas mehr Wert auf Ballbesitzfußball legt – genau die Komponente, die Leipzig für den nächsten Schritt benötigte.

Von Beginn an eine Erfolgsgeschichte

Die Evolution des RB-Fußballs war von Beginn an erkennbar. Nagelsmann gelang es, den erfolgreichen Umschaltfußball mit seinem kontrollierten Ballbesitzspiel zu ergänzen und so ein Spitzenteam zu formen. Auch die Zahlen verdeutlichen diesen Prozess. Spielte RB vor der Nagelsmann-Ära in der Saison 2018/19 noch 425 Pässe pro Spiel, waren es in seiner ersten Saison 2019/20 mit 533 Pässen pro Spiel deutlich mehr. Dieser Wert liegt in der laufenden Saison mit 558 Pässen nochmals über dem der Vorsaison.

Auch der prozentuale Ballbesitz hat sich deutlich erhöht: Von 48,85 Prozent unter Ralf Rangnick steigerte sich dieser Wert derzeit auf 59,76 Prozent. Dass diese Zahlen nicht nur auf die tieferstehenden Gegner zurückzuführen ist, zeigen die Daten der durchschnittlichen Torschüsse und Tore pro Spiel: Leipzig hat deutlich mehr Abschlüsse und erzielt mehr Tore, als es vor der Übernahme durch Nagelsmann der Fall war. Das Spiel hat sich also auch hinsichtlich seiner Effizienz verbessert.

 

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Das Ballbesitzspiel von RB Leipzig

Der Ballbesitz ist für den RB-Coach kein Selbstzweck, sondern hat drei Ziele:

  • Die Wahrscheinlichkeit für Torabschlüsse steigt.
  • Es wird eine Spieleraufteilung geschaffen, die es ermöglicht, nach einem Ballverlust sofort wieder ins Gegenpressing gehen zu können.
  • Der Gegner will kontern, verliert dann aber schnell wieder den Ball.

Das Spiel von RB Leipzig ist zunächst von einem kontrollierten Ballbesitz geprägt, bei dem es darum geht, einen zielgerichteten Angriff vorzubereiten. Dafür schafft RB in den ersten Aufbaulinien eine Überzahl, um die Ballsicherung zu erleichtern und stets die Kontrolle zu behalten. Dann wird der Gegner durch ein geschicktes Zwischenlinien-Spiel in Verbindung mit schnellen Kombinationen durch das Zentrum bzw. die Halbräume aus seinen tiefen Positionen gelockt, um die sich öffnenden Räume zu bespielen. Oder aber der Defensivverbund wird auf eine Seite gelockt, um dann mit einem Rhythmuswechsel schnell zu verlagern und den Ball nach vorne zu tragen. Der Vorteil der Leipziger: Sie haben sowohl kombinationssichere als auch schnelle Spieler in ihren Reihen, die diesen Spielstil umsetzen können.

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Der Spielaufbau erfolgt zunächst konsequent über eine Seite, um den Gegner auf eine Seite zu locken und die ballferne Seite zu öffnen. Durch das Kombinationsspiel auf engem Raum verschiebt der Defensivverbund geschlossen in Richtung Ball. Dann erfolgt die schnelle Spielverlagerung, die es den Mitspielern auf der ballfernen Seite ermöglicht, den Ball einfach nach vorne zu bringen, weil kein oder zumindest nur ein geringer Druck auf dem Ballbesitzer besteht und der Gegner somit zurückfallen muss.

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Bei Angriffen durch das Zentrum sind neben den beiden breit postierten Flügelspielern, die die letzte Abwehrreihe des Gegners möglichst weit auseinanderziehen sollen, die Vielzahl der Mitspieler zwischen den Linien entscheidend. Diese Spieler sorgen dafür, dass die Verteidiger keine klaren Zuständigkeiten und Verantwortungen haben. Bei Pässen zu einem dieser Mitspieler ist ein gegnerischer Verteidiger gezwungen, herauszurücken und damit einen Raum in seinem Rücken zu öffnen. Durch schnelle Kombinationen und Steil-klatsch-steil-Abläufe in Verbindung mit Tiefenläufen wird dieser Raum mit höchster Präzision und Geschwindigkeit bespielt. Diese Angriffe zu verteidigen, ist dann extrem schwer.

Autor: Thomas Stillitano / Philippka