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So trainiert die Futsal-Nationalmannschaft den Spielaufbau im 1-4-0-System

Die meisten Teams, die während der Wintermonate in die Halle ausgewichen sind, sind hier auch mit Futsal in Kontakt gekommen. Futsal ist die offizielle Hallenvariante der FIFA. Dabei wird stets ohne Bande und mit einem sprungoptimierten Ball gespielt. Bei einigen Fußballern halten sich jedoch nach wie vor Vorurteile. Und das, obwohl die Inhalte im Futsal-Training die Anforderungen im Fußball optimal ergänzen! Die Redakteure der Trainerzeitschrift Fußballtraining haben sich im Trainingslager der deutschen Futsal-Nationalmannschaft in der Sportschule Wedau in Duisburg umgesehen und dokumentieren den Spielaufbau aus dem 1-4-0-System.

Den Futsal in Deutschland salonfähig machen

Vorurteile gegen Futsal – dem möchte Futsal-Bundestrainer Marcel Loosveld natürlich begegnen. Im Gespräch mit Fußballtraining stellte der niederländische Coach die Bedeutung von Futsal-Inhalten auch für Fußballer heraus: "Wir würden uns wünschen, dass auch in den Fußballvereinen regelmäßig Futsal gespielt wird. Entscheidungsfindung, Handlungsschnelligkeit, Technik – das sind alles Themen, die auch für einen Fußballer relevant sind. Ein 16-Jähriger sollte die Basics im Futsal definitiv draufhaben."

Mit seinem Team feilte Loosveld in Duisburg an taktischen Abläufen. Diszipliniert versuchten seine Spieler, Angriff um Angriff aus der eigenen Hälfte heraus aufzubauen. Dabei setzte die Nationalmannschaft sowohl auf ein 1-4-0- als auch auf ein 1-3-1-System. In diesem Beitrag konzentrieren wir uns auf die Inhalte für das 1-4-0-System. Die Trainingspraxis zum 3-1-System, das dem Spiel mit Raute aus dem Hallenfußball sehr ähnlich ist, und eine methodische Reihe für das Training der Entscheidungsfähigkeit sind in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Fußballtraining zusätzlich aufbereitet.

Das Gelände bereiten

Im Futsal werden penibel Laufwege erarbeitet und Abläufe aufeinander abgestimmt. Zu Beginn stehen dabei häufig Passkombination im 4 gegen 0. Durch dieses gezielte Training von Abläufen und die darauf aufbauende Erarbeitung von Varianten soll die Optionsvielfalt im Spiel erhöht werden. Marcel Loosveld: "Man kann sagen, dass wir den Spielern mit unseren Abläufen das 'Gelände' bereiten. Kommen sie im Spiel in entsprechende Situationen, so sind wir sicher, dass ihnen mögliche Lösungen im Gehirn schneller zur Verfügung stehen, wenn sie diese hundertfach eingeübt haben."

Und das ist auch erforderlich. Schließlich geht es im Futsal um Millisekunden. Bestimmte Bewegungsmuster zu entwickeln, ist in vielen Sportarten selbstverständlich. Im Vergleich zum Basketball oder auch dem Laufspiel vor dem gegnerischen Kreis im Handball ist die Anwendung solcher Muster im Futsal jedoch schwieriger, da es hier in allen Bereichen des Feldes 100 Prozent Gegnerkontakt gibt. Entsprechend müssen die Spieler im Wettkampf stets über eine größtmögliche Variabilität verfügen.

Es gilt, hier ganz frei Lösungen zu finden. Prinzipiell geht der erste Blick in die Tiefe: Spielverständnis ist das Allerwichtigste! Die Entscheidung, welche Abläufe und Varianten erfolgversprechend sind, hängt dabei natürlich immer auch vom Gegner ab: So bietet sich gegen ein aggressives Forechecking des Gegners ein 1-4-0-System an. Dies vergrößert die Möglichkeiten der Mannschaft im Spielaufbau.

Den Gegnerdruck nach und nach erhöhen

Die Erarbeitung der möglichen Abläufe erfolgt dann vom Leichten zum Schweren. Loosveld: „Zunächst legen wir ohne Gegnerdruck im 4 gegen 0 Laufwege und Passkombinationen fest, die uns in die gegnerische Hälfte bringen können. Diese basieren selbstverständlich auf unserer Spielphilosophie, aber die Spieler sind auch angehalten, sich ebenfalls kreativ einzubringen.“

Sitzen die Abläufe, wird der Gegnerdruck nach und nach gesteigert. Dies kann in verschiedenen Über-/Unterzahl-Konstellationen erfolgen, aber auch, indem die Verteidiger nur mit 50 oder 80 Prozent Einsatz agieren dürfen. Eine Schwierigkeit birgt diese Methodik dennoch: „Wir müssen immer berücksichtigen, dass unsere Verteidiger ja auch zu uns gehören und deshalb genau wissen, was wir machen“, so Loosveld. So wird die Erarbeitung der Abläufe im Training gegen Gegner mit Vollkontakt am Ende schweriger als die Anwendung der Inhalte im Spiel.

Organisation

  • Auf einem 3/4-Futsalfeld ein Spielfeld mit 2 Toren mit Torhütern errichten.
  • 4 Spieler mit 1 Ball im 1-4-0-System aufstellen.

Ablauf

  • Die zentralen Spieler passen zunächst im Zentrum hin und her.
  • Das Laufspiel beginnt mit dem Pass eines zentralen Spielers auf einen Ala (s. Abb.).

Coachinghinweise

  • Zunächst mehrere Pässe im Zentrum hin- und herspielen, um das Gegnerverhalten zu beobachten und die freie Seite zu erkennen.
  • Mit dem Zuspiel auf den Ala das Tempo sofort explosiv steigern.
  • Wartende Spieler pausieren außerhalb!

Organisation

  • Den Aufbau beibehalten.

Ablauf

  • Grundablauf wie zuvor.
  • Jetzt zieht der sich anbietende zentrale Spieler den Raum mit einem Sprint über den Flügel frei und ermöglicht so den Flügelwechsel auf den anderen Ala.

Coachinghinweise

  • Falls der Raum für den Doppelpass im Zentrum zu eng wird, kann der zentrale Spieler mit seinem Lauf auf den Flügel gezielt Gegner binden.
  • Dabei stets auf Abstimmung mit dem Ala auf der anderen Seite achten, damit dieser sich zum Flügelwechsel anbietet.

Organisation

  • Ein Futsalspielfeld mit Toren markieren.
  • 2 Teams einteilen.
  • Eine Mannschaft im 1-4-0-, die andere im 1-3-1-System aufstellen.

Ablauf

  • Spielaufbau gegen einen hoch attackierenden Gegner im 4 gegen 4: Jeder Angriff wird vom Torhüter der Mannschaft im 1-4-0-System aus gestartet.
  • Gelingt es den Verteidigern, den Ball zu erobern, so kontern sie sofort auf das Tor der Aufbaumannschaft.

Coachinghinweise

  • Die Abläufe der 4-gegen-0-Übungen werden jetzt unter Gegnerdruck angewendet.
  • Je nach Leistungsstärke und Trainingsstand der Spieler den Druck gegebenenfalls reduzieren (50 oder 80 Prozent Aktivität der Verteidiger) bzw. die Spielform vom Leichten zum Schweren kontinuierlich steigern.

Die Trainingseinheit der Deutschen Futsal-Nationalmannschaft in Duisburg wurde außerdem auch mit der Kamera aufgezeichnet. In Ergänzung zu unserem Beitrag und der Darstellung in der Zeitschrift Fußballtraining können Sie sich die Übungen und Spiele dieser Einheit ab dem kommenden Mittwoch, 23. Januar 2019, an dieser Stelle auch im Bewegtbild anschauen.

Die weiteren Trainingsinhalte der deutschen Futsal-Nationalmannschaft zum Spielaufbau im 1-3-1-System sowie zum Training der Entscheidungsfähigkeit finden Sie in der Ausgabe 12/2018 der DFB-Trainerzeitschrift Fußballtraining, die im Philippka-Sportverlag erscheint. Hier geht es zum Bestell-Shop!