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Der Hitzkopf: Umgangs-Tipps für besonders impulsive Kinder

Gerangel in der Umkleidekabine, verbale Entgleisungen, zerrissene Turnbeutel oder grobe, absichtliche Unsportlichkeit auf dem Platz: Aggressives Verhalten von Kindern kann sich auf vielfältige Art und Weise zeigen und häufig ganz verschiedene Ursachen haben – von mangelnder Anerkennung über fehlenden Selbstwert bis hin zu sozialen Benachteiligungen oder Frustrationserlebnissen.


Jesse und Max – ein Fallbeispiel

Jesse ist neun Jahre alt. Mit Klassenkamerad Max nimmt er seit einer Woche am Mannschaftstraining des FC Musterhausen teil. Reichlich Fußballerfahrung sammelten die beiden bisher auf dem Schulhof oder beim Kick auf dem Bolzplatz. Doch vom Vereinsfußball hielten sich die Jungs bisher fern. Das ändert sich nun auf Anraten ihres Klassenlehrers, der die Eltern schon länger von diesem Schritt zu überzeugen versucht. Ziel soll es sein, die durchaus talentierten Kinder in ein Team zu integrieren, sie teamfähiger zu machen. Während Jesse gerne mal hochgeht, sehr reizbar ist und schon bei Kleinigkeiten aus der Haut fährt, hält sich Max am liebsten an gar keine Regeln. Er macht einfach sein Ding – das aber häufig auf Kosten anderer. Zudem will er immer der Beste sein und lässt dies seine Mitspieler gerne spüren. Wie auf dem Schulhof wollen die beiden auch hier gleich wieder zeigen, wer das Sagen hat. Angefangen beim Überrennen anderer auf dem Weg in die Kabine, gefolgt vom Kampf um die besten Plätze inklusive Schimpfwörter und Beleidigungen, bis hin zu grobem Foulspiel auf dem Platz. Alles einfach voll daneben! Auch die große Klappe nach dem Spiel gehört dazu. Und Max ist in der Tat davon überzeugt, dass er der beste Spieler ist und die anderen lediglich Luschen. Das zieht Rangeleien nach sich sowie Tränen einiger nicht so robuster Kicker.

Aggressive Verhaltensweisen stellen oft einen Hilferuf im Rahmen belastender Situationen wie Konflikte im Freundeskreis, Scheidung der Eltern oder im schlimmsten Fall Missbrauch, Gewalt o.Ä. dar. Nahezu immer ist es eine dahinterliegende Angst. Aufbrausendes bzw. wütendes Verhalten kann auf vielfältige Weisen Ausdruck finden:
  • Zerstörung von Gegenständen
  • verbale Attacken
  • Mobbing
  • Aggression gegen die eigene Person
  • physische Gewalt
  • Gebrauch von Macht ohne Einsatz physischer Gewalt


Empfehlenswertwert: Der Verein schreibt sich Werte auf die Fahne und tritt mit Nachdruck für sie ein. © Marc Kuhlmann
Empfehlenswertwert: Der Verein schreibt sich Werte auf die Fahne und tritt mit Nachdruck für sie ein.

Klare Regeln formulieren

Wie auch immer sich diese ‘Störer’ in deiner Mannschaft bemerkbar machen, es handelt sich meist um ein Übertreten vereinbarter Regeln bzw. um Anpassungsschwierigkeiten an das Team. Möchte man sie integrieren statt aussortieren bedarf es einer Vielzahl an Tools und Skills – eben pädagogischen Fingerspitzengefühls. Letztlich entscheidend sind jedoch zwei Faktoren: Feste Strukturen und der Coach als Führungspersönlichkeit.


Regeln, Rhythmen, Rituale

Schaffe also ein Trainingsumfeld, das sich durch feste Abläufe, immer wiederkehrende Rituale und Rhythmen sowie gemeinsam vereinbarte Regeln auszeichnet. Ein solches Umfeld bietet allen Spielern Sicherheit, es hilft zu integrieren, schafft Transparenz und Einsicht und strukturiert den Ablauf des Trainingstages. Feste Abläufe sind wichtig für Kinder. In einem Kreisgespräch gleich zu Beginn des Trainings lassen sich fußballerische Ziele des Tages ansprechen und transparent machen. Auch wichtige Regeln, die das positive Verhalten untereinander fördern sollen, können hier erläutert werden. Durch ein Bild oder Symbol verbunden mit der Regel können gleich mehrere Sinne der Kicker angesprochen werden – und man verschafft dem Inhalt auf diese Weise Nachdruck und Nachhaltigkeit. Auch Reflexionsphasen während oder nach dem Training sollten ritualisiert werden und dadurch Sicherheit vermitteln, beispielsweise ein Abschlusstreffen nach dem Training im Kreis oder der Kabine. Hier können die im Training gemachten Erfahrungen kurz angesprochen und gefestigt werden und auch Regelverstöße, aggressive Ausraster oder Unsportlichkeiten thematisiert werden: Welche Lösungsansätze können dem aggressiven Spieler helfen?


Reden, reden, reden!

Häufig wissen aggressiv auftretende Kinder gar nicht, über welche Kräfte sie verfügen, was sie damit anrichten können und wie sie diese durch ihre unbedachten Aktionen potenzieren. Hier hilft es, den Spieler zur Seite zu nehmen und ihm sein Verhalten und dessen Auswirkungen auf andere bewusst zu machen. »Bedenke, dass du viel mehr Power als andere Kinder hast. Daher gehe fair in die Zweikämpfe und nutze die Kraft für Sprints!« Es hilft, Gespräche unter vier Augen zu führen, über das Verhalten zu reden und immer wieder in Lösungen zu denken. Auch ist es sinnvoll, den jungen Wilden klar zu machen, was ihr Verhalten mit den Mitspielern macht.


Vorbereitet sein!

Bei aggressiv auftretenden Kickern bist du besonders gefordert. Das heißt: Sei immer auf alles vorbereitet und habe alles im Blick. Kinder merken sehr schnell, ob du gut drauf bist und stark wirkst oder ob du mit deinen Gedanken noch im Job bist. All das verraten deine Gestik, Mimik und Körpersprache. Trittst du klar und gut vorbereitet auf, verläuft auch der Trainingstag rund(er). »Energie und Körpersprache sind die wichtigsten Waffen exzellenter Trainer,« sagt Mike Krzyzewski, bis 2016 Trainer der US-Basketball-Nationalmannschaft. Dazu gehören kurze und prägnante Anweisungen und ein ruhiges und bestimmtes Auftreten mit Herz und Hingabe.


Hinweis: Die Fotos in diesem Beitrag haben wir nachgestellt! Sie spiegeln keine Verhaltensweisen der abgebildeten Personen wider!

Weitere Tipps und Hinweise zur Betreuung der Mannschaft sind unter 'Themenverwandte Links' zusammengestellt.