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VfL Bochum 1848: Vom Underdog zum Aufstiegsaspiranten

Der VfL Bochum 1848 verfolgt seit vielen Jahren das Ziel, endlich wieder ins Oberhaus des deutschen Fußballs zu kommen. Die Ambitionen waren stets hoch, konnten aber nie erfüllt werden. In dieser Saison sind die Bochumer auf einem guten Weg. Sie haben sich zu einem Aufstiegsaspiranten gemausert. Cheftrainer Thomas Reis entwickelt sein Team Schritt für Schritt weiter und formte es zu einer Top-Mannschaft der 2. Bundesliga.

Geringes Budget, aber hohe Ambitionen

Der VfL 1848 Bochum ist in seinem elften Zweitligajahr. Trotz eines geringen Budgets im Vergleich zu vielen anderen Aufstiegsaspiranten waren die Ambitionen aufzusteigen immer vorhanden, doch konnten die Bochumer diesen Ansprüchen nie so wirklich gerecht werden. Häufig waren der Abstiegskampf und Spielzeiten im Mittelfeld der Tabelle die Realität. In dieser Saison zeigt das Team um Cheftrainer Thomas Reis ein anderes Gesicht. Den positiven Schwung nach dem Lockdown der Saison 2019/20 nahmen sie nahtlos in die neue Saison mit. Reis hat die Mannschaft zu einem Aufstiegskandidaten entwickelt, der einer von doch einigen Anwärtern auf die begehrten Plätze ist. Folgerichtig war seine Vertragsverlängerung bis 2023.

Entwicklung durch Konstanz

Thomas Reis lässt sein Team meist im 4-2-3-1 auflaufen. Er setzt auf Konstanz und ein eingespieltes Team: Torhüter Riemann und die Viererkette aus Gamboa, Bella-Kotchap, Leitsch und Soares sowie im Zentrum mit der Doppelsechs Tesche und Losilla und auf der Zehn mit Zulj und Stürmer Zoller sind Stammspieler. Auf den Außenpositionen rotieren Holtmann, Blum, Bockhorn und Pantovic. Auf der einen Seite ist dies der nicht vorhandenen Breite des Kaders geschuldet, auf der anderen Seite kann Cheftrainer Reis auf ein eingespieltes Gebilde zurückgreifen, das seine Spielidee verinnerlicht hat. Ein Problem bei dieser Herangehensweise besteht lediglich, wenn wichtige Säulen aufgrund von Sperren oder Verletzungen ausfallen. Davon blieb das Team im bisherigen Saisonverlauf größtenteils verschont.

Angriffe über das Zentrum und die linke Seite

Der VfL ist eines der offensivstärksten Teams der 2.Bundesliga. Der herausstechenden Akteure sind Mittelstürmer Simon Zoller und Zehner Robert Zulj, die als Torjäger und Vorbereiter gleichermaßen glänzen. Die Tore erzielt die Reis-Elf in einem ausgewogenen Verhältnis aus Positionsangriffen, Umschaltaktionen und Standards. Auffällig ist, wie schnell und zielgerichtet sich das Team aus dem Spiel heraus mit hoher fußballerischer Qualität Torchancen herausspielt. Sie definieren sich über einen dominanten, ballbesitzorientierten Spielstil, bei dem sie sich nicht im reinen Ballbesitz verlieren, sondern ein gutes Gespür dafür haben, einem Angriff Dynamik zu verleihen und nach vorne zu spielen. Ausgehend von einem spielstarken Torhüter Riemann bevorzugen sie Angriffe durch das Zentrum bzw. den Halbraum und über die linke Seite. Das liegt insbesondere daran, dass sie mit Leitsch als linken Innenverteidiger und Soares als linken Außenverteidiger die fußballerisch stärksten auf dieser Seite haben. Das führt zu einer etwas asymmetrischen Ordnung in Ballbesitz. Mit abgestimmten Bewegungen zwischen den Reihen gelingen ansehnliche Kombinationen. Angriffe über die rechte Seite dienen hingegen meist dem Zweck, den Defensivverbund ins Verschieben zu bringen und so Räume im Zentrum und auf dem linken Flügel zu öffnen.

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Im Positionsspiel schiebt der linke Flügelspieler (7) meist in den Halbraum und überlässt die Außenbahn dem linken Außenverteidiger (2), der entsprechend hochschiebt. So ergibt sich ein Übergewicht auf dieser Seite. Der rechte Außenverteidiger (3) gibt dem Spiel zwar Breite, agiert jedoch fast auf Höhe der Innenverteidiger (4 und 5), um im Falle eines Ballverlustes in der Absicherung zu unterstützen. Der rechte Flügelspieler (11) agiert ebenfalls sehr breit, um Spielverlagerungen zu ermöglichen und ein Verschieben des Defensivverbundes zu provozieren.

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Torhüter Riemann agiert als verkappter Innenverteidiger und passt zwischen die beiden eng agierenden Spitzen zu Tesche, der mit dem ersten Kontakt aufdreht und andribbelt.

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Aus dem Dribbling heraus passt Tesche zu Zulj und läuft weiter in die Tiefe. Zulj nimmt mit dem ersten Kontakt weg vom Gegenspieler an und mit und kommt folglich in eine offene Stellung. Der linke Flügelspieler Bockhorn agiert im Halbraum, bindet so seinen Gegenspieler im Zentrum und öffnet damit den Raum auf der Außenbahn für seinen Mitspieler Soares (linker Außenverteidiger).

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Zulj passt zu Tesche, der in den Lauf von Soares passt.

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Soares flankt in den Strafraum, wo der lauernde Zoller und die beiden einlaufenden Tesche und Bockhorn verwerten wollen. Die Verteidigung kann die Eingabe klären.

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Der Ball befindet sich im rechte Halbraum bei Losilla, der zu Tesche passt. Der linke Flügelspieler Blum positioniert sich im Zentrum, bindet so seinen Gegenspieler und macht die Außenbahn für den Außenverteidiger Soares "frei".

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Tesche verlagert zu Soares. Blum und Ganvoula bieten sich für ein Zuspiel an.

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Soares passt zum entgegenkommenden Ganvoula und geht seinem Pass nach.

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Ganvoula lässt zu Blum klatschen und zieht seinen Gegenspieler durch einen Lauf nach außen mit, wodurch sich ein Raum im Zentrum öffnet. In diesen läuft Soares in die Tiefe. Blum chippt den Ball hinter die Abwehr zu Soares.

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Soares flankt zu Zoller, der per Kopf zu Zulj ablegt. Zulj verwertet aus kurzer Distanz ins Tor.

Aggressives Angriffspressing

Die Bochumer zeichnen sich nicht nur durch ihre spielerische Qualität aus, sondern auch durch ein intensives und hohes Pressing. Das Ziel ist es, Ballgewinne so hoch wie möglich in der gegnerischen Hälfte zu erzielen. Dafür läuft das Team geschlossen mit dem ersten Pass im hohen Tempo an. Die vorderste Linie lenkt das Spiel in eine bestimmte Zone, die Spieler in den Linien dahinter reagieren auf Pässe in die Tiefe mit aggressivem Vorwärtsverteidigen. Und auch das gegenseitige Unterstützen in Form von Doppeln zeigt die Mentalität und mannschaftliche Geschlossenheit, diesen Plan zu verfolgen. Nach Ballgewinnen geht es dann im Umschalten extrem schnell und geradlinig zum Tor. So erzielte Bochum in der laufenden Saison viele Treffer.

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Torhüter Giefer rollt zu Sontheimer ab. Eisfeld und Chibsah (nicht im Bild) setzen in sofort unter Druck.

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Durch den Druck von Chibsah und Eisfeld muss Sontheimer zurück zu Toko passen, der ebenfalls sofort von Novothny unter Druck gesetzt wird.

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Novothny kann den Ball gegen Toko erobern und sofort in Richtung Tor dribbeln.

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Letzlich verwertet Novothny ins Tor.

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Wydra, der von Zulj unter Druck gesetzt wird, passt zu Nikolaou. Dieser wiederum wird von Blum im Sprint attackiert.

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Durch den hohen Druck und das Anlaufen nach außen ist Nikolaou gezwungen, die Linie entlang zum Mitspieler zu passen. Außenverteidiger Soares (nicht im Bild) verteidigt nach vorne.

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Soares konnte den Ball erobern und passt sofort zu Zulj, der aufdreht und ins Zentrum dribbelt

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Zulj flankt aus dem Halbraum in den Strafraum zu Zoller (nicht im Bild), ...

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... der die Hereingabe verwertet.

Wer sich für mehr taktische Inhalte aus dem Profibereich interessiert, für den haben wir unter "Themenverwandte Links" zahlreiche weitere Taktikanalysen aus den höchsten deutschen Spielklassen angehängt.

Autor: Thomas Stillitano / Philippka