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Die Lebenswelt der Kinder kennen

Was beschäftigt Kinder abseits des Fußballplatzes? Wofür interessieren und begeistern sie sich? Als Trainer darüber Bescheid zu wissen, kann Türen öffnen, Brücken bauen und sogar individuell in den Trainingsalltag einfließen.


Es gibt verschiedene Gründe, warum es sich lohnt, über die Interessen der Kinder abseits des Fußballs Bescheid zu wissen:

1. Der Trainer als wichtige Bezugsperson

Für Kinder ist der Trainer weit mehr als Coach und Vorbild. Er nimmt auch die Rolle einer wichtigen Bezugsperson ein, ist Vertrauter und Zuhörer. So erzählen Kinder meist von allein viele Dinge, die gar nichts mit dem Fußball zu tun haben. Was sie Tolles erlebt haben, von Streit mit Freunden, worüber sie sich ärgern oder welche Wünsche sie haben. Als Trainer echtes Interesse an den Kindern zu zeigen, führt dazu, dass sie sich ernst genommen und wertgeschätzt fühlen und dem Verein im besten Fall langfristig erhalten bleiben.

2. Andere Interessen als Erklärung für das Verhalten im Training bzw. auf dem Platz

Manchmal zeigt sich jedoch auch nur im Verhalten der Kinder, dass sie irgendetwas beschäftigt. Sie sind nicht ganz bei der Sache, wirken abwesend oder traurig. Trainer sollten wissen, dass es neben dem Kicken noch weitere wichtige Themen für Kinder gibt, die auch beeinflussen können, wie sie im Training drauf sind. So kann eine schlechte Note für eine Klassenarbeit in der Schule Auslöser für Kummer sein oder aber das neue Album des Lieblingsmusikers für Hochstimmung sorgen. Ein Trainer kann dann auf ein Kind zugehen und sagen „Du siehst traurig aus, bedrückt dich irgendetwas?“ oder „Du bist ja heute super drauf, worüber freust du dich denn so?“.

3. Interessen als Anknüpfungspunkte

Die Interessen der Kinder bieten für Trainer gute Anknüpfungspunkte. So können Freundschaften (auch auf dem Platz) gefördert werden, indem Raum bzw. Zeit gegeben wird, auch ein paar Minuten für Gespräche zwischen den Kindern zu lassen – zum Beispiel zu Beginn des Trainings. Kooperative Übungen können den Zusammenhalt und das Vertrauen in andere stärken – beides wichtige Aspekte, wenn es um Freundschaften geht.

Das Wissen darüber, dass ein Kind momentan ein besonderes Computerspiel spielt, hilft dem Trainer, Vergleiche im Training herzustellen „Versuche mal so schnell zu rennen wie ...“ oder „Stell dir vor du hättest so einen Röntgenblick wie ...“; Was beschäftigt Kinder abseits des Fußballplatzes? Wofür interessieren und begeistern sie sich? Als Trainer darüber Bescheid zu wissen, kann Türen öffnen, Brücken bauen und sogar individuell in den Trainingsalltag einfließen.


Studie zu Interessen von Kindern

Die Studienreihe KIM wird seit 1999 vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) durchgeführt. Für die KIM-Studie 2018 wurden im Jahr 2018 deutschlandweit insgesamt 1231 Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren befragt. Anhand von 17 Themen aus verschiedenen Lebensbereichen konnten die Kinder angeben, inwieweit sie sich für diese interessieren.

Die TOP-10-Interessen

„Ein Freund, ein guter Freund...“ – Freundschaft ist und bleibt auf Platz eins. Hierfür interessieren sich 93 Prozent der befragten Kinder. Freundschaften auf und abseits des Platzes nehmen demnach im Leben von Kindern einen sehr wichtigen Platz ein. Viele kommen genau deshalb ins Training – weil sie hier ihre Freunde treffen, gemeinsam Zeit verbringen können und gleichzeitig einem weiteren wichtigen Interesse nachkommen – dem Sport.

Gleich 69 Prozent der Befragten gaben an, (sehr) interessiert an Sport, Handy/Smartphone sowie Schule zu sein. Gut drei von fünf Kindern begeistern sich für Internet/Computer/Laptop, Musik und Computer-/Konsolen-/Onlinespiele. Etwa 60 Prozent interessieren sich für die Bereiche Tiere, Spielsachen und Kino/Filme. Mit steigendem Alter nimmt das Interesse für die meisten Themen zu. Besonders deutlich zeigt sich dies beim Bereich digitale Medien Handy/Smartphone sowie Internet/ Computer/Laptop. Aber auch Musik ist für ältere Kinder interessanter. Weniger interessant werden hingegen die Themen Spielsachen und Tiere.

Spannend ist auch, dass sich die Angaben von Mädchen und Jungen deutlich unterscheiden, wenn es darum geht, was sie 'sehr' interessant finden. Das Thema Freunde/Freundschaften kommt bei Mädchen deutlich vor dem Sport (67% vs. 24%) während die beiden Themen bei Jungen nahezu gleich auf sind (60% vs. 54%). Dies ist für Trainer insofern interessant, als es ein wichtiger Anhaltspunkt dafür ist, warum Mädchen ins Training kommen und dass Freundschaften für sie dabei noch wichtiger zu sein scheinen als für Jungen, die ggf. auch primär sportliche Interessen verfolgen.

Während Jungen zudem eine höhere Affinität zu den Themen Technik, Computer-/Konsolen-/Onlinespiele sowie Internet/Computer/Laptop haben, interessieren sich Mädchen stärker für die Themen Kleidung/Mode, Tiere, Schule, Musik und Bücher/Lesen.


Wann und wie das Gespräch suchen

Das Training selbst lässt natürlich kaum Zeit und Raum für etwas Smalltalk. Jedoch gibt es ‘drumherum’ viel mehr Gelegenheiten, als man zunächst annimmt, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen.

Vor bzw. nach dem Training

Wenn die jungen Sportler auf dem Vereinsgelände ankommen, ergeben sich fast immer gute Gelegenheiten, da nicht alle gleichzeitig in der Kabine bzw. gleich schnell umgezogen sind. Hier könnt ihr aktiv Gespräche anstoßen oder nachfragen. Gleiches gilt für die Zeit nach dem Training.

Auf dem Weg zum Platz

Wenn ihr euch gemeinsam auf den Weg zum Platz macht, bieten sich auch einige Augenblicke: „Na Olli, mit welcher Mannschaft spielst du gerade Fifa?“ oder „Wie war deine Mathe-Klassenarbeit letzten Freitag?“ Die investierte Zeit in den Smalltalk tut überhaupt nicht weh, signalisiert dem Kind aber, dass du seinen Interessen Beachtung schenkst.

Auf der Fahrt zum Spiel

Wenn du gemeinsam mit mehreren Kindern in einem Auto zum Spiel fährst, kann sich schnell eine halbe oder sogar ganze Stunde Zeit für Gespräche ergeben. Da gleich mehrere Kinder dabei sind, eignen sich in diesen Situationen eher positiv besetzte/unverfängliche Themen, damit einzelne Kinder nicht in eine für sie unangenehme Situation kommen, die sie nicht verlassen können. So kann die Frage „Wie war denn die Klassenarbeit?“ dazu führen, dass sich ein Kind, dass nicht so gut in der Schule ist, schämt, weil es eine fünf bekommen hat. Daher frage lieber: „Worauf freut ihr euch am Wochenende besonders?“

Wichtig ist, dass dein Interesse an den Kindern echt ist! Und dass du gut zuhörst, wenn sie antworten. Denn Kinder merken schnell, ob ihr Trainer sich wirklich für sie und das, was sie zu erzählen haben, interessiert!


Hinweis: Das Foto in diesem Beitrag haben wir nachgestellt! Es spiegelt keine Verhaltensweisen der abgebildeten Person wider!

Weitere Tipps und Hinweise zur Betreuung der Mannschaft sind unter 'Themenverwandte Links' zusammengestellt.