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Amateurstatistiken

Facebook & Co. – Tipps für Amateurvereine im Social Web

"Jetzt haben wir Sie die 900!!!!! Vielen vielen Dank ... Nun gehts auf die 1000 zu :-))) Euer YB-Facebook Team bedankt sich bei so vielen Fans." Stolz schwingt mit in dieser Facebook-Botschaft der TSG Young Boys Reutlingen – zu Recht: Keiner der 158 Fußball-Landesligisten im Raum Baden-Württemberg hat mehr Fans auf Facebook, nimmt man die zweiten Mannschaften höherklassiger Vereine einmal aus.

Die TSG Young Boys Reutlingen sollte in dieser Hinsicht vielen anderen im organisierten Amateurfußballbetrieb als Vorbild dienen. Denn von einer großen Facebook-Fan-Community profitiert ein Verein in vielfältiger Weise: Man sorgt dafür, dass Anhänger über Neuigkeiten und Entscheidungen im Bilde sind, ruft den Verein dadurch immer wieder in das Bewusstsein und bewirkt schließlich eine stärkere Bindung. Geld in die Hand nehmen muss man dafür nicht – eine Facebook-Fanseite ist die kostengünstige Alternative zu Stadionzeitung oder Newsletter und ermöglicht darüber hinaus tagesaktuelle Informationsverbreitung.

Enger Kontakt zur Fanbasis

Der Rückhalt an der Fanbasis ist wichtig – mit Facebook kann herausgefunden werden, ob er vorhanden ist.

Über eine Facebook-Fanseite kann man gleichzeitig zahlreiche Anhänger des Vereins erreichen und mit ihnen tagesaktuell wichtige Neuigkeiten und Entscheidungen diskutieren. Eine solche Gelegenheit bietet sich sonst eigentlich nur auf Mitgliederversammlungen oder Weihnachtsfeiern – und die finden bekanntlich in der Regel nur einmal im Jahr statt.

Am Beispiel des SC 04 Tuttlingen, Landesligist in Württemberg, lässt sich zeigen, wie ein Verein davon profitieren kann: Der Club vermeldete via Facebook die Neuverpflichtung eines Spielers. 25 Mal wurde der Post mit einer "Gefällt mir"-Angabe versehen, für den Facebook-Auftritt des SC 04 Tuttlingen überdurchschnittlich viel. Unterhalb der Meldung nannte ein Kommentator den Transfer eine "richtige Entscheidung". Für die Vereinsverantwortlichen dürften das eindeutige Indizien dafür gewesen sein, dass die Neuverpflichtung von der Basis befürwortet wird – zumindest von jenem Teil, der auf Facebook aktiv ist. Mit Facebook kann man also problemlos die Meinungen seiner Anhänger einholen – es lässt sich "Meinungsmonitoring" betreiben, wie es in der Social-Media-Fachsprache heißt.

Einholen allein reicht dabei aber nicht aus: Die Meinungsäußerungen sollten zudem von offizieller Seite erwidert werden. Das bestätigt auch Cetin Arslan, Facebook-Administrator der TSG Young Boys Reutlingen: "Ich versuche dafür zu sorgen, dass jeder Kommentator eine Rückmeldung erhält, sofern sich erkennen lässt, dass er eine wünscht." Dabei sei er manchmal eben auch Krisenmanager und müsse Meinungen, die auf Fehlinformationen gründen, richtigstellen. Das erfordert natürlich viel zeitlichen Aufwand, die Community zahlt es ihm auf ihre Weise zurück: Im Schnitt erhielten die von Arslan im Jahr 2014 abgesetzten Posts rund 25 Likes, die Anzahl der Fans hat sich innerhalb des letzten halben Jahres mehr als verdoppelt.

Die Fangemeinde emotionalisieren

Regelmäßiges Posten, um den eigenen Verein ins Gedächtnis zu rufen: so machen es auch große Unternehmen

Dem Informationsbedürfnis der Facebook-Anhänger der TSG Young Boys Reutlingen versucht der Administrator mit ein bis zwei Posts pro Woche gerecht zu werden. Das ist auch aus marketingtheoretischer Sicht durchaus sinnvoll: Durch die regelmäßig abgesetzten Botschaften wird den Anhängern der Verein immer wieder ins Bewusstsein gerufen – nichts anderes haben auch große Marken bei ihrer Facebook-Kommunikation im Sinn.

Denn auch bei Coca-Cola, Disney oder Red Bull, deren Fanseiten zu den mitgliederstärksten weltweit gehören, geht es bei Facebook nicht immer darum, den Abverkauf der Produkte unmittelbar zu beeinflussen. Vielmehr soll die Fangemeinde kontinuierlich mit kreativem Content versorgt und dabei bestenfalls emotionalisiert werden. Immerhin ist auch die Facebook-Fanseite ein sogenannter Touch Point: Hier kommen Menschen mit einer Marke in Berührung, und wenn sich diese Berührungen überwiegend gut anfühlen, wirkt sich das auf die Qualität der Markenbindung aus.

Das funktioniert natürlich in analoger Weise bei einem Fußballverein. Um den "Touch Point" hier positiv zu gestalten, bedarf es manchmal gar nicht viel: Das Foto eines riesigen Plakats, das Fans des südbadischen Landesligisten 1. SV Mörsch zur Feier der Meisterschaft hinter einem Tor angebracht hatten, quittierten die Facebook-Anhänger mit 61 "Likes". Sportliche Erfolge lösen eben auch bei Facebook positive Emotionen aus.

Was an besagtem Post ebenfalls bemerkenswert ist: er wurde vier Mal geteilt. Das heißt, vier Facebook-Anhänger des 1. SV Mörsch haben das Foto auf ihrem persönlichen Mitgliederprofil weiterverbreitet und so Personen erreicht, die mit dem Verein ansonsten gar nicht verbunden sind. Die Reichweite der Meldung wurde beträchtlich erhöht, ein "viraler Effekt" wurde erzielt, wie es Marketingexperten ausdrücken.

Im besten Fall leistet dieser Effekt einen Beitrag zur Rekrutierung von Spielern oder finanziellen Unterstützern: Facebook-Nutzer werden über Netzwerkkontakte auf den Verein aufmerksam, stehen vielleicht schon eine Woche später auf dem Fußballplatz zum Probetraining oder in der Tür des Geschäftszimmers, um über Sponsoringmöglichkeiten zu sprechen. Den Sponsoren können Vereine übrigens in Zeiten des Social Web eine ganz neue Gegenleistung anbieten: die eigene Facebook-Fanseite als Werbeplattform. Die Spvgg 06 Ketsch, ein Landesligaverein in Nordbaden, macht z. B. via Facebook regelmäßig auf Aktionen seiner Partnerunternehmen aufmerksam und teilt deren Posts auf der eigenen Fanseite.

Es gibt nicht nur Facebook

Und wie sieht die nahe Zukunft aus? Facebook bleibt auch mittelfristig reichweitenstark, Google Plus holt auf.

Informationsweitergabe, Meinungsmonitoring, Mitgliederbindung und sogar Mitglieder- und Sponsorengewinnung – ein Facebook-Auftritt bringt viele Vorteile. Doch ist Facebook überhaupt ein zukunftsträchtiges Modell? Das Ende von Facebook dürfte noch auf sich warten lassen. Sich mit anderen großen Social-Media-Plattformen wie Google Plus und Twitter auseinanderzusetzen kann allerdings nicht schaden. Vor allem Google Plus wird seine Reichweite in den kommenden Jahren stetig erhöhen und immer mehr Nutzer in seinen Bann ziehen. Der Grund: Es ist der Social-Media-Ableger der größten Suchmaschine der Welt. Google muss täglich rund 3,5 Milliarden Suchanfragen bewältigen und lässt damit die Konkurrenz von Yahoo oder Bing weit hinter sich. Wer bei Google nicht auffindbar ist, also bei Eingabe eines entsprechenden Suchbegriffs nicht auf den ersten Ergebnisseiten auftaucht, erhält weit weniger Aufmerksamkeit.

Wie hängt dieses Problem nun mit Google Plus zusammen? Untersuchungen haben ans Licht gebracht, dass Google es teuer belohnt, wenn eine Organisation ein Konto bei Google Plus eröffnet. Eine neugelaunchte Website, für die zeitgleich dort ein Account angelegt wird, wird z. B. relativ schnell bei Google indexiert. Versucht man eine Indexierung auf herkömmliche Art zu erreichen, also durch das Generieren von Verlinkungen oder Social Signals, dauert es länger. Google nutzt hier also seine Marktmacht aus, um das eigene Social Network reichweitenstärker zu machen. Vereine und ihre Webadministratoren sollten das berücksichtigen.

Die Marktmacht von Twitter, dem anderen großen Facebook-Gegenspieler, ist in Deutschland dagegen relativ gering: Auf rund 2 Millionen schätzt man die Zahl der aktiven Nutzer, darunter viele Journalisten und politisch Interessierte. Zum Vergleich: Rund 30 Millionen Deutsche posten, liken und kommentieren heute regelmäßig auf Facebook – das Social Network ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Deshalb gilt es für Vereine, Facebook dauerhaft in das Kommunikationskonzept zu integrieren. Google Plus sollte man nicht, Twitter kann man hier vernachlässigen. In jedem Fall aber sollte man die Möglichkeiten des Social Web nutzen – sie bringen einfach zu viele Vorteile mit sich.

Quelle: Tim Frohwein, „im Spiel – das Magazin der Fußballverbände Baden und Württemberg“