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Frauen-EM-Finale in Wembley: Ein Ausblick

Die deutsche Elf hat es geschafft! Nach einer perfekten Vorrunde und einem harten Kampf gegen die Nachbarinnen aus Österreich gelang im Halbfinale auch der Sieg gegen mitfavorisierte Französinnen und damit der Einzug ins Finale! Bis zu diesem Spiel hatte das Team von Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg noch keinen Gegentreffer hinnehmen müssen und sich in herausragender Turnierform präsentiert. Zwar musste Torhüterin Merle Frohms in der Halbfinal-Partie zum ersten Mal "hinter sich greifen", doch die alles überragende Alexandra Popp brachte ihr Team mit zwei sehenswerten Treffern auf die Siegerstraße nach Wembley. Dort warten nun England-Trainerin Sarina Wiegman und ihre "Lionesses" auf ein traditionsreiches Duell vor sagenhafter Kulisse.

Heimvorteil England?

Wembley ist wohl eines der prestigeträchtigsten Stadien in Fußball-Europa. Als Austragungsort vieler bedeutender Spiele ist der Londoner Fußballtempel nun also auch Spielstätte beim Finale der Frauenfußball-EM 2022. Ausverkauft sind die rund 90.000 Plätze schon lange und klar: Die Hausherrinnen werden voraussichtlich etwas lautstärker unterstützt werden als das deutsche Team.

Gerade in England hat sich in der jüngeren Vergangenheit viel in puncto Popularität des Frauenfußballs getan. Folgerichtig wurde gleich beim Eröffnungsspiel der Engländerinnen gegen Österreich im Old Trafford der alte Zuschauerrekord gebrochen: 68.871 Stadionbesucher*innen zählte die UEFA. Ein weiterer Vorteil: Da die heimische Liga so stark ist, spielt auch der Großteil des englischen Nationalteams im englischen Oberhaus. Sie kennen die Stadien und die Fans und wissen, dass sie im "Heimatland des Fußballs" auf starke Unterstützung zählen können.

Diesen Rückenwind nutzten die "Lionesses" auch für eine beeindruckende Vorrunde, die sie mit drei Siegen und 14:0 Toren abschlossen. Im Viertelfinale eliminierten sie die Spanierinnen – ein weiteres Team aus dem Kreise der Favoritinnen, das den verletzungsbedingten Ausfall von Weltfußballerin Alexia Putellas nicht kompensieren konnte. Im Halbfinale gelang schließlich ein absoluter Statement-Sieg gegen die Weltranglisten-Zweiten aus Schweden. Beim 4:0 in Sheffield spielte sich die Elf von Sarina Wiegman regelrecht in einen Rausch und schickte so ein klares Zeichen an ihre kommenden Endspielgegnerinnen.

Wie man eine EM gewinnt, weiß Sarina Wiegman aus erster Hand. Immerhin ist sie in gewisser Weise "Titelverteidigerin", gewann sie doch 2017 in ihrem ersten Jahr als Cheftrainerin der Elftal die Trophäe mit der Auswahl der Niederlande. Die ehemalige zentrale Mittelfeldspielerin machte selbst 104 Länderspiele für die Niederlande und gewann zweimal die holländische Liga sowie den holländischen Pokal.

Torhüterin Mary Earps ist die klare Nummer Eins hinter der Viererkette aus Lucy Bronze, Millie Bright, Leah Williamson und Rachel Daly. Davor gibt Keira Walsh meist die zurückgezogene Spielmacherin, während sich Georgia Stanway zwischen den Strafräumen bewegt und Francesca Kirby hinter den Spitzen die Verbindung zum Angriff herstellt. Auf dem Flügel steht Wiegman mit Beth Mead eine echte "Unterschiedsspielerin" zur Verfügung. Die andere Außenbahn wird meist von Youngster Lauren Hemp bearbeitet, und im Sturmzentrum setzt Wiegman auf die Erfahrung der 33-Jährigen Ellen White von Manchester City. Mit Alessia Russo hat Wiegman außerdem eine echte Top-Jokerin in der Hinterhand: Sie kommt mittlerweile auf vier Tore in fünf Einsätzen, ohne auch nur einmal von Anfang an gespielt zu haben.

"Unter Sarina Wiegman spielen die Engländerinnen holländischer als die Holländerinnen selbst", befand auch Bernd Schmelzer im Live-Kommentar in der ARD. Und tatsächlich scheint Wiegman den traditionell eher auf physische Aspekte ausgelegten Fußball in England mit ihrer "Totaalvoetbal"-DNA infiziert zu haben – "Total Football" sozusagen. Lediglich gegen die ebenfalls traditionell ballbesitzorientierten Spanierinnen hatten die Lionesses eine schwächere Ballbesitz- und Passquote.

Herausforderer Deutschland

Die deutschen Fußballerinnen werden nicht müde zu betonen, dass sie bei niemandem auf dem Zettel standen. Doch spätestens nach der souveränen Vorrunde mit drei Siegen und 9:0 Toren war allen klar, dass mit diesem Team zu rechnen ist. Allen voran zeigte sich Alexandra Popp in Bestform und stellte mit ihren Leistungen hochgehandelte Top-Stürmerinnen der anderen Nationen wie Kadidiatou Diani und Vivianne Miedema in den Schatten.

Doch auch die Hintermannschaft um Merle Frohms ließ kaum etwas anbrennen. Dafür sorgte nicht nur die Erfahrung von Kathrin Hendrich und Marina Hegering, sondern vor allem auch die junge Lena Oberdorf, die als alleinige Sechserin vor der Vierer-Abwehrkette mit herausragenden Zweikampfquoten aufwartete. So schaffte es die deutsche Nationalmannschaft bis ins Halbfinale, ohne auch nur ein Gegentor hinnehmen zu müssen.

Die Mannschaft von Martina Voss-Tecklenburg präsentierte sich dabei auch deshalb so konstant, weil auch von der Bank stets Spielerinnen mit Startelf-Format ins Team rotierten. So kann von "zweiter Garde" kaum die Rede sein, wenn Spielerinnen wie Linda Dallmann und Sydney Lohmann für Lina Magull und Sara Däbritz eingewechselt werden können. Und auch im Angriff steht die Nationaltrainerin schon das ganze Turnier über vor einem Luxus-"Problem": Mit Popp, Bühl, Schüller, Brand, Huth und Anyomi ist gleich die komplette offensive Dreierreihe mit massig Qualität doppelt besetzt, weshalb die Ausfälle von Schüller und Bühl zumindest sportlich für die Zuschauer*innen problemlos kompensiert werden konnten.

Trotz dieser vielen Optionen hat sich im Turnierverlauf jedoch dennoch ein klarer Mannschaftsstamm etabliert. Dem Zusammenhalt im Team tat dies jedoch keinen Abbruch: Wie gut der Teamgeist im deutschen Team ist, wurde im Spiel gegen Frankreich für alle offensichtlich: So "übernahm" beispielsweise Spielerin Laura Freigang auf der Bank das Coaching, und pünktlich zum Abpfiff hielt es wirklich keine der Spielerinnen mehr auf ihrem Sitz! Es ist kein einfaches Mit- sondern ein Füreinander, das die deutsche Nationalmannschaft auszeichnet!

Genau wie ihre Gegenüber ist auch Martina Voss-Tecklenburg eine Expertin, wenn es um das Gewinnen von Europameisterschaften geht. Viermal holte sie den Titel – allerdings als Spielerin. Darüber hinaus gewann sie sechsmal die deutsche Meisterschaft und viermal den DFB-Pokal. Als Trainerin der Nationalmannschaft wäre es für sie allerdings der erste große Titel.

Bislang lief die deutsche Elf konstant in einem 4-3-3-System mit Lena Oberdorf auf der Sechs und Lina Magull sowie Sara Däbritz auf den Achter-Positionen auf. Merle Frohms wird im Tor abgesichert von einer Viererkette aus Giulia Gwinn, Kathrin Hendrich, Marina Hegering und Felicitas Rauch. Nach dem Ausfall von Klara Bühl könnte erneut Jule Brand in die offensive Dreierreihe rücken, um Alexandra Popp und Svenja Huth zu unterstützen. Alternativ bietet sich Lea Schüller an, die zwar eigentlich im Zentrum zuhause ist, aber auch vom Flügel kommen kann.

Das deutsche Team überzeugt sowohl mit als auch gegen den Ball mit einer kompromisslos proaktiven Spielweise. Ein mutiges Angriffspressing zeichnete das deutsche Spiel im bisherigen Turnier ebenso aus, wie die Geradlinigkeit und Vertikalität im Angriff. Doch klar ist: 90 Minuten spielt niemand Angriffspressing auf Anschlag – noch nicht einmal die Mannschaft des FC Liverpool, deren Trainer Jürgen Klopp dem deutschen Team für ihre intensive Spielweise seinen Respekt zollte.

Fazit

Das Wembley-Stadion wird in vielerlei Hinsicht einen echten Fußball-Klassiker erleben! Nicht nur, weil die Duelle von England und Deutschland eine lange Historie haben, sondern auch, weil zwei verschiedene Spielstile aufeinander treffen, die sich über die Jahre in ihrer Vorherrschaft und Popularität abwechseln: die Engländerinnen mit ihrer "Total Football"-DNA gegen den nicht minder proaktiven Pressing- und Umschaltstil der deutschen Mannschaft. Wenn die "Lionesses" dem Druck der deutschen Mannschaft standhalten, Fehler vermeiden und die sich offenbarenden Lücken hinter der Abwehr bespielen, wird es ein schweres Spiel für die deutsche Elf, da hier vor allem Beth Mead über enorme Qualitäten im Abschluss verfügt. Jedoch sind die deutschen Frauen mit ihrem bedingungslosen und geradlinigen Spiel nach vorne immer für ein Tor gut. Sie brauchen keine langen Ballbesitzphasen und können quasi "aus dem Nichts" – wie zuletzt beim 2:1 gegen Frankreich – eiskalt zuschlagen. Die Kombination aus hohem Tempo auf dem Flügel und dem Torriecher von Alexandra Popp hat bislang in jedem Spiel zu mindestens zwei Treffern geführt. Und hierüber wird sicher auch die Verteidigung der Gastgeberinnen grübeln müssen!