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Schritte zur Gründung einer integrativen Fußballmannschaft

Fußballvereine sind als soziales Gebilde mehr als nur „Dienstleister“, die ein regelmäßiges Fußballtraining ermöglichen. Das soziale Miteinander und die lebendigen Strukturen innerhalb eines Fußballvereins bieten optimale Gegebenheiten, um Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Handicap zu ermöglichen. Die Gründung einer integrativen Fußballmannschaft, das heißt  Fußballerinnen und Fußballer mit und ohne Handicap jagen gemeinsam dem runden Leder nach, bietet einen enormen Mehrwert für alle Seiten innerhalb der Vereinsentwicklung. Nachfolgend sollen die einzelnen Schritte zur Gründung einer integrativen Fußballmannschaft erläutert werden.

Überzeugung des Vorstands

Zunächst geht es darum, den Vereinsmitgliedern, insbesondere dem Vorstand, den Mehrwert einer integrativen Fußballmannschaft darzustellen. Hierbei sollten sowohl die Chancen des Behindertenfußballs für die Vereinsentwicklung als auch die Chancen der integrativen Spielformen für Kinder mit und ohne Handicap berücksichtigt werden. Ist der Mehrwert einmal erkannt, hilft er möglicherweise in den Köpfen vorherrschende Barrieren abzubauen und schafft den Raum, um gemeinsam nach Handlungsmöglichkeiten zu suchen, die die Öffnung der Vereinsstrukturen für Menschen mit Handicap noch weiter erleichtern. 

Gestaltung eines Vereinskonzepts

Ist der Vorstand von der Idee zur Gründung einer integrativen Fußballmannschaft überzeugt, sollte im nächsten Schritt ein Konzept entwickelt werden, das die einzelnen Maßnahmen zur Gestaltung inklusiver Strukturen innerhalb des Fußballvereins bündelt. Unter Berücksichtigung der Vereinsbesonderheiten (beispielweise Mitgliederzahl, Selbstverständnis etc.) sollten der Umfang des Engagements im Behindertenfußball und die damit verbundenen Ziele festgelegt werden.

Aufklärung der Vereinsmitglieder über Inklusionssport

Nach der Entwicklung eines Konzepts sollten Vereinsmitglieder über das Vorhaben der Gründung einer integrativen Mannschaft informiert werden. Hierfür bietet sich eine Informationsveranstaltung, beispielsweise im Rahmen einer Mitgliederversammlung, an. Mittels dieser Veranstaltung sollen die Vereinsmitglieder über den Inklusionsbegriff aufgeklärt sowie über mögliche Chancen und Herausforderungen, welche mit der Gründung einer integrativen Fußballmannschaft einhergehen, informiert werden. Ziel sollte hier sein, potenzielle Barrieren oder Vorurteile der Mitglieder, die häufig auf Unwissenheit und/oder Mangel an persönlichen Erfahrungen beruhen, abzubauen. Natürlich sollen die Vereinsmitglieder auch vom Behindertenfußball begeistert werden, denn die Schaffung inklusiver Vereinsstrukturen bedarf die Unterstützung aller.

Rekrutierung der Spieler

Im nächsten Schritt werden die Spieler mit und ohne Behinderung rekrutiert. Folgende Voraussetzungen sollten dabei bestmöglich erfüllt sein:

  • Der Trainer muss hinter der Sache stehen und Begeisterung transportieren können
  • Regelmäßigkeit des Angebots muss gewährleistet sein
  • Eine barrierefreie Sportstätte muss zur Verfügung stehen

Zur Rekrutierung der Fußballerinnen und Fußballer mit Handicap gibt es nachfolgende Möglichkeiten:

  • Schalten einer Anzeige
  • Nachfrage bei Förderschulen/-zentren
  • Nachfrage bei (inklusiven) Regelschulen
  • Nachfrage bei Einrichtungen der Behindertenhilfe

Hierbei nehmen Eltern, vor allem von Kindern mit Handicap, häufig eine Schlüsselrolle ein. Der Trainer der integrativen Fußballmannschaft sollte gezielt auf die Eltern zugehen und sie ermuntern, dass ihr Kind in einem Fußballverein mitspielen kann. Warum auch nicht? Das zusätzliche Angebot von mehreren Schnuppertrainingseinheiten gibt den Kindern die notwendige unverbindliche Eingewöhnungszeit.

Im Rahmen der Rekrutierung von Kindern ohne Handicap kommen mehrere „Typen“ in Frage. So möchten manche Kinder ohne Leistungsdruck Fußball spielen oder haben in ihren Mannschaften bisher wenig Einsatzeit bekommen. Auch Spieler mit besonderer sozialer Kompetenz oder Geschwister von Kids mit Handicap sind häufig gerne Teil einer integrativen Fußballmannschaft. Manche Kinder spielen zudem neben der integrativen Fußballmannschaft auch noch in einer weiteren Fußballmannschaft des Vereins.

Netzwerkbildung

Nachdem die Kinder mit und ohne Handicap rekrutiert wurden, kann mit dem Trainingsbetrieb gestartet werden. Zum Ausbau der integrativen Fußballmannschaft sind der Aufbau und die Pflege eines Netzwerkes sehr empfehlenswert. Hierbei gilt es, die im Rahmen der Rekrutierung geknüpften Kontakte weiter zu nutzen. Durch die Kontakte der Netzwerkpartner wächst das eigene Netzwerk stetig weiter. Zudem ist ein Austausch mit weiteren integrativen Fußballmannschaften aus der Region sinnvoll. Die Inklusionsbeauftragten der DFB-Landesverbände können Ihnen hierbei sicherlich weiterhelfen.

Öffentlichkeitsarbeit

Ferner spielt die Öffentlichkeitsarbeit für die Weiterentwicklung der integrativen Fußballmannschaft eine wichtige Rolle. Nach dem Motto „Tue Gutes und lasse darüber berichten“ kann die lokale Presse oder Politik zum Training eingeladen werden. Neben der vereinseigenen Pressearbeit (Homepage, Newsletter, Magazin etc.) bieten sich auch öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, beispielsweise Turniere, Spiele der ersten Herrenmannschaft, Sommerfeste etc., an, um die integrative Fußballmannschaft weiter bekannt zu machen. Zudem ist die Mund-zu-Mund-Propaganda nicht zu unterschätzen. Auch die Bedeutung des Themas Inklusion wächst in der Gesellschaft stetig. Diesen Rückenwind gilt es für sein eigenes Inklusionsbemühen zu nutzen.

Verstärkte Einbindung ins Vereinsleben

Es ist von großer Bedeutung, dass das Training der integrativen Fußballmannschaft auf dem Vereinsgelände stattfindet. Dadurch entstehen Begegnungsmöglichkeiten von allein. Zusätzlich ist es empfehlenswert, dass Spieler und Trainer anderer Vereinsmannschaften zum Training des integrativen Teams eingeladen werden. Auch gemischte Turniere mit den weiteren Teams tragen dazu bei, dass sich alle Fußballerinnen und Fußballer mit und ohne Handicap näher kennenlernen und sich somit gegenseitig als Teil des Vereins wahrnehmen und akzeptieren.