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Amateurstatistiken

Angst vor dem Spiel

Es gibt eine Vielzahl von Spielern, deren Wettkampfleistung immer wieder unter der Trainingsleistung liegt. An diversen objektiven Indikatoren wie der Zweikampf-, Torschuss- oder Passquote werden diese Unterschiede für Beobachter deutlich. Mit den subjektiven Indikatoren wie Selbstvertrauen oder Spielfreude verhält es sich identisch. Auch hier nehmen Trainer manchmal erhebliche Unterschiede zwischen Training und Wettkampf wahr. Die Konsequenzen sind oft sehr enttäuschend und wirken sich erheblich auf die Leistung des Spielers sowie den Erfolg der Mannschaft aus.

Wettkampfangst als Ursache für Leistungsblockaden

Als Ursache für Leistungsblockaden im Wettkampf zeigt sich die Wettkampfangst erfahrungsgemäß als häufiger Auslöser. Bei der Frage nach einer Lösung dieser Blockaden lohnt es sich zunächst, eben diese Angst etwas genauer zu betrachten. Was also steckt dahinter? Angst ist ein emotionaler Zustand, der sich durch starke und oftmals wiederkehrende Besorgnis und Befürchtungen äußert. Diese bewirken auf physiologischer Ebene – neben anderen möglichen Symptomen – einen erhöhten Muskeltonus, einen Anstieg der Atem- und Herzfrequenz und einen erhöhten Harndrang. Häufig berichten Spieler auch über ein generelles Gefühl von Kontrollverlust über den eigenen Körper.

Angst beeinflusst u. a. die allgemeine Wahrnehmung und die subjektiven Erwartungen. Häufig resultieren letztere in einer klaren Vorstellung vom eigenen Versagen ­sowie einem ­Gefühl der inneren Unruhe. All das geht mit ­einem verminderten Selbstbewusstsein einher. Der Spieler prophezeit sich selbst ein Szenario aus potenziellem Versagen, den leistungssportlichen Folgen sowie einer möglichen sozialen Blamage. Ebenso kann er die eigene körperliche Unversehrtheit gefährdet sehen. Insbesondere verletzte Spieler ­berichten aufgrund ihres mangelnden Vertrauens in den erfolg­reichen Genesungsprozess häufig von der Angst vor erneuten Verletzungen im Wettkampf. Auch diese Vorstellung kann folglich ­starke Leistungsblockaden vor und während des Wettkampfes aufbauen.

Wettkampfsituationen im Leistungsfußball können unbewusst als Gefahrensituationen interpretiert werden. Dies ist besonders häufig dann der Fall, wenn die Anforderung des Wettkampfes die subjektive Einschätzung der eigenen Fähigkeiten übersteigt. Diese vermeintliche Gefahrensituation ruft demnach im Spieler eine tief im menschlichen Verhalten verankerte Kampf- oder Fluchtreaktion hervor. Vereinfacht ausgedrückt: Fühlt sich der Spieler in der Wettkampfsituation handlungsfähig, wählt er die offensive Strategie „Kampf“. Sieht er sich ihr dagegen nicht gewachsen, tendiert sein Verhalten in Richtung „Flucht“. Je größer die subjektive Bedrohung ist, desto stärker kann die Ausprägung des Verhaltens werden. Wie er auf eine solche Situation reagiert, ist dabei in hohem Maße von seiner Persönlichkeit, seiner Wettkampferfahrung sowie der Bedeutsamkeit des Spiels abhängig. In der Regel kann und will der betroffene Spieler dem Flucht-Impuls nicht nachgeben. Er bleibt also ohne ein funktionales Handlungsmuster in der Situation. Dies trägt wiederum zur wechselseitigen Verstärkung von erwarteter und erlebter Angst bei und fördert damit eine zukünftige Wettkampfangst.

Spieler mit Wettkampfangst fürchten eine so hohe Fehlerquote in motorischen Abläufen, auf der Wahrnehmungsebene sowie im Entscheidungsverhalten, dass diese zu einer real bedrohlichen Erwartung werden. Anders als in Situationen in denen sie einen angemessenen Level an Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und Selbstbewusstsein empfinden, treten die gefürchteten Fehler dann auch auf. Dieses Phänomen lässt sich damit erklären, dass Wettkampfangst das Ergebnis einer bewussten Vorstellung von Misserfolg, einer daraus resultierenden starken Angstempfindung und einem damit einhergehenden Gefühl von Handlungsunfähigkeit ist. Der Spieler verliert also das Vertrauen in seine Fähigkeiten, handelt, reagiert und denkt dadurch gehemmt und entwickelt so eine deutlich erhöhte Fehlerquote.

Aktiv werden!

Oberstes Ziel sollte es sein, mehr Handlungskontrolle über die Situation zu gewinnen. Dies gelingt durch die Schaffung einer positiven Erfolgserwartung bzgl. des Wettkampfes sowie eine generelle Förderung der positiven Erwartungshaltung der eigenen Leistung. Diese stehen dabei in unmittelbarem Zusammenhang mit einer funktionalen Zielsetzung sowie der Förderung von höherer Zuversicht in Leistungssituationen.

Es hilft, die eigenen Kernkompetenzen und Stärken einmal genau zu definieren und zu notieren: Welche Kernkompetenzen definieren meine Leistung? Wo sind meine Stärken?

Beispiele:

  • 'Schnelligkeit
  • 'gute Spielübersicht'
  • 'hohe Zweikampfstärke'
  • 'starke Ausdauer'

In einem Zielsetzungsprozess entwickelt der Spieler gemeinsam mit dem Trainer drei bis maximal fünf Ziele. Dabei wird auf eine ganz konkrete, realistische und gleichzeitig herausfordernde Formulierung geachtet.

Beispiele:

  • „Ich werde mich 90 Minuten voll auf meine Schnelligkeit konzentrieren, meine Gegenspieler in Sprintduellen herausfordern und mindestens 50 Prozent davon gewinnen.“
  • „Ich werde über die gesamte Spielzeit laufen und sprinten und immer in Bewegung sein. Nach dem Spiel will ich völlig platt sein.“
  • „Jeder Zweikampf bietet eine Chance zu gewinnen! Ich nehme diese Herausforderung an und kämpfe um jeden Ball. Mindestens 75 Prozent der Defensivzweikämpfe und 50 Prozent der Offensivzweikämpfe will ich gewinnen!“

Am Spieltag werden diese Ziele noch einmal in Erinnerung gerufen. Bereits kleine Erfolge stabilisieren die Leistung des Spielers.

Weitere Tipps und Informationen sind unter den 'Themenverwandten Links' zusammengestellt.