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Pressing: Wo und wann angreifen?

Als Mannschaft geschlossen anzugreifen mit dem Ziel, in Ballbesitz zu gelangen, ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben im Fußball. Schließlich ist hierfür erforderlich, dass alle Spieler aufeinander abgestimmt agieren.

Beim 'Pressing' ist der Name Programm: Hier geht es darum, bestimmte Bereiche des Feldes so zu verengen, dass die gegnerischen Ballbesitzer hier unter Druck geraten. Ziel ist es, in Ballnähe eine Überzahlsituation zu schaffen, um hier den Ball gezielt zu erobern.

Damit dies erfolgreich gelingt, ist zunächst einmal ein 'Matchplan' vonnöten: In welchem Bereich des Feldes sollen die gegnerischen Ballbesitzer attackiert werden? Dies gilt es, genau zu überlegen. Schließlich muss zwischen den Strafräumen ein rund 70 x 70 Meter großes Feld abgedeckt werden. Um hier erfolgreich zu sein, muss das Team versuchen, den zur Verfügung stehenden Raum gezielt in der Tiefe zu halbieren und diesen kompakt zu besetzen.

Die Fachbegriffe hierfür sind klar: Greift die Mannschaft vorne an, so nennt man dies 'Angriffspressing', beschränkt es sich auf den mittleren Raum, so spricht man vom 'Mittelfeldpressing', postiert es sich in der Nähe des eigenen Tores, so ist vom 'Abwehrpressing' die Rede (siehe Abbildungen)!

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Beim Angriffspressing werden die gegnerischen Ballbesitzer schon in der eigenen Hälfte energisch attackiert. Bereits sofort nach einem Abwurf des Torhüters setzen die Spieler den Passempfänger möglichst schon bei der Ballannahme unter Druck.

Dabei hat jeder Spieler je nach Ballposition eine festgelegte Aufgabe. Besonders wichtig: Die Gegner-Spieler, die als Anspielstationen rund um den Passempfänger dienen könnten, müssen konsequent gedeckt sein, damit der Passempfänger nicht im Direktspiel weiterleiten und sich so aus der Pressingsituation befreien kann.

Das Angriffspressing erfordert eine hohe Laufbereitschaft der Mannschaft. Entsprechend ist es schwierig ein konsequentes Angriffspressing über die gesamte Spielzeit aufrecht zu erhalten. Außerdem laufen die Spieler Gefahr, mit langen Abschlägen des Torhüters überspielt zu werden. Es ist immer gefährlich, als Verteidiger bis zur Mittellinie aufzurücken, da die gegnerischen Angreifer so aus der eigenen Hälfte in lange Zuspiele hineinstarten können (kein Abseits!). Entsprechend ist es erforderlich, dass vor allen Dingen die Innenverteidiger sehr aufmerksam agieren, eine solche Gefahr frühzeitig erkennen und sich rechtzeitig nach hinten absetzen, ohne dabei jedoch zu frühzeitig den Druck auf das Gegner-Team aufzugeben.

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Auf die mittleren beiden Zonen des Feldes beschränkt sich ein Team beim Mittelfeldpressing. Hier ziehen sich alle Spieler zunächst zurück und ermöglichen dem gegnerischen Torhüter ein ruhiges Anspiel zum eigenen Verteidiger. Dieser kann ebenfalls noch ohne Gegnerdruck entscheiden, ob er 'Höhe' aufnehmen oder in die Mittelzone passen möchte. Einzig der eigene Angreifer kann versuchen, den gegnerischen Ballbesitzer bereits leicht zu einer Seite zu lenken, um hier den Druck zu erhöhen (siehe unten).

Gelangt der Ball in die Pressingzone, greifen nun alle Spieler der Verteidiger sofort zu, schaffen Überzahl am Ball und stellen die ballnahen Gegners konsequent zu. Im Mittelfelddrittel darf der Ballbesitzer keine Zeit mehr haben, um kontrollierte Diagonalbälle zu spielen. Diese sind mit das gefährlichste Mittel, um eine gegnerische Verteidigungslinie zu überspielen.

Nach Ballgewinn gilt es, schnellstmöglich umzuschalten und sofort in Richtung Gegner-Tor zu ziehen!

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Beim 'Abwehrpressing' steht die gesamte Mannschaft sehr tief vor dem eigenen Tor. Hierbei postiert sich die Viererabwehrkette auf einer Linie im 'sicheren Abstand' von 22 Metern vor dem Tor. Die Ballbesitzer können fast die gesamte eigene Hälfte unbedrängt für den Spielaufbau nutzen. Lediglich ein Stürmer der Verteidiger versucht, das Spielgeschehen kurz vor der Mittellinie zu einer Seite zu lenken.

Ein großer Vorteil für das Verteidiger-Team besteht darin, dass die Spieler während des Spielaufbaus der Gegner Zeit zum Ausruhen haben und lediglich leicht zu den Seiten verschieben müssen. Allerdings gilt es, gerade bei spielstarken Gegnern zu bedenken, dass diese durchaus in der Lage sind, auch auf engem Raum zu kombinieren, wenn sie erst einmal Tempo aufgenommen haben!

Nur 'hinten reinstellen' bringt also nichts. Gerade Mannschaften, die gegebenenfalls technisch-taktisch unterlegen sind, sollten entsprechend ihr Heil manchmal lieber in der Offensive suchen. Frei nach dem Motto: "Angriff ist die beste Verteidigung!"

Richtig 'zupacken'!

Egal für welche der genannten Pressingformen Sie sich entscheiden, bei allen gelten einige generelle Prinzipien, die es zu beachten gilt. Ziel ist es jeweils, den gegnerischen Ballbesitzern möglichst wenig Zeit und Raum für ihre Aktionen einzuräumen. Entsprechend ist es das Ziel, einen Gegner-Angriff auf eine bestimmte Seite zu lenken. Hier sind die Ballbesitzer durch die Seitenlinie limitiert, wohingegen sie im Zentrum deutlich mehr Aktionsmöglichkeiten haben. Die Verteidiger hingegen verschieben geschlossen langsam zur jeweiligen Seite.

Mögliche Pressingauslöser sind Dribblings oder Pässe an den Seiten in die jeweilige Pressingzone. Auch hohe oder ungenaue Zuspiele sind hervorragend geeignet, um den Gegner sofort unter Druck zu setzen. Deshalb bieten sich auch gegnerische Einwürfe weit in deren Hälfte dazu an, um vorzuschieben und zu versuchen, in Ballbesitz zu gelangen.

Kommt es zu einer Pressingsituation, so soll der Ballbesitzer möglichst mit zwei Spielern gleichzeitig angegriffen werden. Ein Spieler stellt den Ballbesitzer und lenkt ihn zum diagonal absichernden Mitspieler ('Doppeln'), der sofort 'zupackt' und den Ball energisch erobert. Wichtig ist, dass die gegnerischen Ballbesitzer in der Pressingzone permanent unter Druck stehen und nie die Zeit für gezielte Diagonalbälle haben. Gleichzeitig müssen die ballnahen Mitspieler konsequent gedeckt werden.

Gelingt der Ballgewinn, möglichst schnell umschalten und die bestehende Unordnung in der Gegner-Deckung sofort für eigene Torchancen nutzen!

Details zum Pressing im DFB-Lehrbuch

Sie interessieren sich für weitere Details zum Pressing? Wollen Sie wissen, wie das gezielte Lenken des Gegners genau funktioniert? Wer rückt in welcher Situation wie zum Doppeln raus? Welches Verhalten ist in welcher Situation gefordert? Antworten auf diese Fragen finden Sie im DFB-Lehrbuch 'Verteidigen mit System' (siehe 'Themenverwandte Links').