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VfB Stuttgart: Mit variablem Aufbauspiel nach vorne kombinieren

Der VfB Stuttgart überzeugt in dieser Saison für einen Aufsteiger nicht nur hinsichtlich seiner Punktausbeute, sondern vor allem auch mit seinen spielerischen Qualitäten. Sportdirektor Sven Mislintat stellte seinem Coach Pellegrino Matarazzo ein junges Team zusammen, welches dieser richtig einzusetzen weiß.

Der neue Weg mit den "jungen Wilden 2.0"

Die Weichen für eine bessere Zukunft stellte der VfB Stuttgart mit der Verpflichtung von Sportdirektor Sven Mislintat. Aufgrund seiner Tätigkeit bei Borussia Dortmund, wo er ebenfalls den Aufbau einer jungen, talentierten Mannschaft vorantrieb, sollte er für den zu besetzenden Posten der "richtige Mann" sein. Als Vorbild für seine Arbeit nahm sich Mislintat zwei erfolgreiche Perioden des Vereins: die des "magischen Dreiecks" und der "jungen Wilden". So wollte er bei den Fans und im Vereinsumfeld wieder eine stärkere Identifikation schaffen.

Doch nicht nur beim Spieler-Scouting bewies Mislintat Mut, sondern auch bei der Trainerauswahl: Mit Pellegrino Matarazzo verpflichtete er einen im Profifußball unerfahrenen Coach. Bisher erweist sich dieser Schachzug als eine allumfassende Erfolgsgeschichte: Der VfB stellt nach zehn Spieltagen mit einem Durchschnittsalter der eingesetzten Spieler von 23,45 Jahren die zweitjüngste Mannschaft nach RB Leipzig (23,27 Jahre). 14 Punkte stehen nach zehn Spieltagen auf dem Konto – aber vor allem die Spielweise überzeugt!

Schnelles Umschalten und schnörkelloses Aufbauspiel

Chefcoach Matarazzo setzte bisher auf eine 3-4-2-1-Grundordnung. Das enorme Tempo der Spieler nutzt das Team für ein schnelles Umschaltspiel nach Ballgewinnen. Aus solchen Situationen erzielte der VfB bisher die meisten seiner Treffer. Was darüber hinaus beeindruckt, ist die Variabilität und die Qualität im Spielaufbau. Mit seiner spielstarken Dreierkette in Verbindung mit Torhüter Kobel wird die stetige Überzahl in der ersten Aufbaulinie genutzt, um sich den Gegner "zurechtzulegen" und schnelle, zielgerichtete Kombinationen durch das Zentrum einzuleiten.

Ab durch die Mitte

Der VfB Stuttgart baut das Spiel derzeit bevorzugt durch die Mitte auf. Zwar werden die Flügelverteidiger je nach Pressingstrategie – insbesondere im Angriffspressing – mehr eingebunden, vorzugsweise sollen diese jedoch hoch und breit agieren, um den Defensivverbund auseinanderzuziehen und so den zentralen Spielern Räume zu schaffen. Hier zeigt sich generell die gesamte Variabilität des Stuttgarter Aufbauspiels.

Linien überspielen

Die Innenverteidiger des VfB sind allesamt spielstark und in der Lage, weiträumige Pässe in die Tiefe zu spielen. Um möglichst viele Gegenspieler zu überspielen, nutzt das Team zwei Konzepte: Entweder "überladen" die Offensivspieler eine Zone zwischen den Linien oder Spieler des Defensivverbunds werden bewusst aus ihren Positionen gelockt, um den Raum zwischen den gegnerischen Mittelfeld- und Abwehrreihen zu öffnen.

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Karazor passt zu Kempf.

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Vier Stuttgarter Offensivspieler "überladen" den rechten Halbraum zwischen den Linien. Kempf erkennt das offene "Passfenster" und passt zu Klimowicz.

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Klimowicz leitet per Direktspiel mit der Hacke zu Castro weiter.

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Daraufhin wird die Tiefe "attackiert": Klimowicz, Coulibaly, Kalajdzic und Stenzel laufen in die Tiefe, um Castro Passoptionen zu bieten. Castro passt präzise und scharf zu Klimowicz, der von der Strafraumgrenze abschließen kann, das Tor jedoch knapp verfehlt.

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Stuttgart lässt den Ball in der Dreierkette zirkulieren: Kempf passt zu Anton, der zu Mavroponas weiterleitet.

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Während der Verlagerung lässt sich Castro aus dem Halbraum nach außen fallen und lockt Groß aus dem Zentrum, sodass sich großer Raum im Zentrum öffnet. Mavroponas erkennt dies und passt zu Stürmer Kalajdzic (nicht im Bild).

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Kalajdzic kommt in eine offene Stellung und setzt sich im 1 gegen 1 durch. Coulibaly und Borna laufen in die Tiefe.

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Kalajdzic passt nach außen zu Borna, woraufhin Wamangituka, Coulibaly und Kalajdzic in den Strafraum laufen. In der Folge flankt Borna aus dem Halbfeld in die "Box".

Über die Zentrumsspieler nach vorne

Mit Endo und Mangala verfügt Stuttgart über ein sich gut ergänzendes Duo: Endo ist technisch extrem stark und fühlt sich als Verbindungsspieler zur Dreierkette wohl. Mangala hingegen ist ein "Box-to-Box-Sechser", der dem Spielaufbau Dynamik verleihen kann. Doch nicht nur die Doppel-Sechs ist maßgeblich für den schnellen Aufbau durch die Mitte verantwortlich, sondern auch die allesamt technisch starken Zehner, die darüber hinaus über ein gutes Positionsspiel im Raum verfügen. Alle vier Spieler sind perfekt aufeinander abgestimmt, wodurch sie sich gegenseitig Räume schaffen.

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Karazor passt zu Kempf, was dazu führt, dass dieser von Müller gepresst wird.

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Kempf passt zum sich zwischen den Spitzen anbietenden Endo. Mit entscheidend sind hier die Positionierungen der Spieler zwischen den Linien. Sie sorgen dafür, dass die Mittelfeldreihe gebunden wird und somit viel freier Raum für Endo entsteht.

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Mit dem ersten Kontakt von Endo rückt Goretzka heraus, wodurch sich ein Raum zwischen Mittelfeld- und Abwehrreihe öffnet. Endo passt zu Klimowicz, der direkt zu Förster weiterleitet. Dieser dribbelt auf die Viererkette zu.

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Neben Coulibaly und Klimowicz läuft auch Wamangituka in die Tiefe, der das Zuspiel in den Lauf erhält und in der Folge aus spitzem Winkel abschließt.

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Anton passt zu Kobel, der das Spiel mit einem Pass zu Kempf verlagert. Mangala nutzt die Zeit, um sich nach außen abzusetzen. Kempf passt zu Mangala.

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Mangala spielt einen Doppelpass mit Didavi und passt im Anschluss direkt in die Tiefe zu González (nicht im Bild).

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González leitet erneut zu Didavi weiter und läuft in die Tiefe. Wamangituka macht Platz für Didavi und läuft ebenfalls in die Tiefe.

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Wamangituka erhält das Zuspiel von Didavi in den Lauf. Sein Abschluss wird in der Folge geblockt.

Zweite Bälle

Selbst wenn der VfB gezwungen ist, einen langen Ball nach vorne zu schlagen, wird der Ball nicht planlos gespielt, sondern immer mit der Idee, Positionen um den Zielspieler herum zu besetzen. So kann der Ball nach Kopfballverlängerungen, Ablagen oder sonstigen unkontrollierten Aktionen "aufgesammelt" werden.

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Stenzel wird so unter Druck gesetzt, dass ihm keine andere Passoption bleibt als einen Rückpass zu Torhüter Kobel (nicht im Bild) zu spielen.

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Schalke 04 hält das Pressing mit dem Rückpass aufrecht, sodass Kobel gezwungen ist, den Ball nach vorne zu schlagen.

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Zielspieler ist der große Stürmer Kalajdzic. Um ihn herum laufen Coulibaly und Klimowicz in die Tiefe, um eine mögliche Kopfballverlängerung zu erhalten und Mangala und Castro vor ihn, um eine potenzielle Ablage "aufzusammeln". Letztlich kann Mangala den zweiten Ball erobern.

Unter 'Themenverwandte Links' haben wir weitere Taktikanalysen zum Herausspielen von Torchancen von Borussia Mönchengladbach und zur Entwicklung von RB Leipzig unter Coach Julian Nagelsmann angehängt.

Autor: Thomas Stillitano / Philippka