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Post für dich!

Der Wunsch, seinen Spielern einmal seine Wertschätzung auszudrücken, brachte Handball-Trainer Dominik Schicke auf eine ungewöhnliche Idee. Der D-Jugend-Coach des TV Bissendorf-Holte schrieb jedem seiner Jungs zu Weihnachten einen persönlichen Brief...


Die Idee

Ich bin überzeugt, dass Kinder der Sportart, dem Verein und ihrem Team nur dann dauerhaft erhalten bleiben, wenn sie sich wertgeschätzt fühlen. Ein authentisches Gefühl der Dazugehörigkeit zu erfahren, sich im besten Fall gebraucht zu fühlen, steigert ohne Zweifel ihren Antrieb, regelmäßig bei Spiel und Training dabei zu sein. Gehören die Kinder im Team zu den sportlich Besten, fallen ihnen Identifikation und (Eigen-)Motivation in der Regel leicht. Durch einfühlsame, wertschätzende Kommunikation hat der Trainer aber die Möglichkeit, auch Kindern, die weniger leistungsstark sind, in dieser Hinsicht wichtige Impulse zu vermitteln. Die Weihnachtsbriefe, die ich meinen Spielern geschrieben habe, sind im Rahmen dieser Kommunikation nur ein – wenn auch vielleicht ganz besonderes! – Mosaiksteinchen.


Die Absicht

Die Kinder sollten sich durch meinen Brief absolut wertgeschätzt fühlen – unabhängig von ihrer sportlichen Leistung. Die Briefe sollten motivierend sein und sie sollten den Kindern ihre Bedeutung für die Mannschaft vor Augen führen. Jeder Brief enthielt einen Rückblick auf gemeinsam Erlebtes, schaute aber auch auf im nächsten Jahr anstehende Events voraus, um die Vorfreude der Kinder zu wecken. Im ­Ideal­fall fiel mir zu jedem Kind ein besonderer Moment aus dem vergangenen Handballjahr ein, den ich im Brief erwähnte, weil er (auch) ihm in ganz besonderer Erinnerung geblieben sein musste. Alle Briefe verfasste ich handschriftlich und händigte sie – in einem Briefumschlag verschlossen – den Kindern bei einem Weihnachtstraining (unmittelbar vor Weihnachten) mit dem Hinweis aus, dass sie ihn erst an Heiligabend (!) öffnen dürften. Mir ging es darum, den Lieblingssport der Kinder an einem Tag und Ort zum Thema zu machen, an dem Handball in vielen Familien normalerweise nicht auf dem Programm steht. Ich stellte mir vor, dass die Kinder den Brief vor der versammelten Familie vorläsen und dass dies für sie ein schöner Moment sein könnte. Bei vielen Kindern weiß ich, dass es genau so geschehen ist. Noch an Heiligabend erhielt ich via Handy zahlreiche Nachrichten mit Weihnachtswünschen.

Lieber Paul,

das Jahr ist fast zu Ende und wir sehen uns erst im neuen Jahr wieder. Kennengelernt haben wir uns in den Osterferien beim Handballcamp. Mittlerweile gehörst du fest zu unserem Team. Ich bin froh, dass du dabei bist! Du bist ein echter Stimmungsmacher. Erinnerst du dich an die Spiele in Bremen? "So sehen Sieger aus", habt ihr gesungen. Du warst einer der lautesten Sänger. Dabei kreiste dein Trikot wie ein Hubschrauber hoch über deinem Kopf. Dir beim Feiern zuzusehen, war toll. Das hat Spaß gemacht! Noch heute erinnere ich mich gerne daran.

Zusammen mit dir werden wir auch im neuen Jahr viel Spaß haben, da bin ich mir sicher! Ich freue mich schon darauf. Für das neue Jahr wünsche ich dir vor allem in der Schule viel Erfolg. Mögen deine Wünsche in Erfüllung gehen. Bleib so wie du bist, denn du bist toll!

Frohe Weihnachten,

dein Trainer Dominik


Die Antworten der Kinder

Im darauffolgenden Jahr bekam ich insgesamt zehn Antwortbriefe der Kinder, die sich bei der eigenhändigen Ge­staltung – auf buntem Papier, in Schönschrift und zum Teil mit Verzierungen – große Mühe gegeben hatten (siehe Beispiele unten). Genau wie die Kinder ein Jahr zuvor durfte auch ich die Briefe erst Heiligabend öffnen. Natürlich hatten die Eltern die Aktion forciert. Ohne sie überzubewerten, zeigt sie ganz sicher eines: Die Kinder und ihre Eltern beschäftigen sich intensiv mit unserer Sportart, dem Training, mit besonderen Momenten, die sie erlebt haben, und natürlich auch mit mir als Trainer. Und genau das wünschen wir uns doch: die Sportart soll für die Kinder einen hohen Stellenwert haben. Denn nur dann ist davon auszugehen, dass sie dem Verein lange erhalten bleiben. Dass meine Arbeit in den Briefen gelobt wurde, freute mich. Ich fühlte mich in meinem Tun bestätigt und war danach noch motivierter, mit den Jungs zu arbeiten. Die Kinder sprachen aber auch an, was ihnen nicht gefallen hatte, etwa bestimmte Spiele, an denen sie wenig Spaß hatten. Andere erwähnten z. B. Fahrten, auf die sie besonders hinfieberten. Durch die Briefe entstand eine Kommunikation, für die im normalen Trainingsbetrieb häufig keine Zeit bleibt – die aber sehr wichtig ist, um jedem Kind individuell zu begegnen.

Im Folgejahr erhielt der Trainer persönliche Antwortbriefe von einigen Spielern.


Positives Eltern-Feedback

„Unser Sohn hat sich – wie wir Eltern – über den persön­lichen, positiven und motivierenden Brief sehr gefreut. Es war für ihn Bestätigung, Freude, Stolz und Motivation zugleich“. Solch positive Rückmeldungen habe ich von zahlreichen Eltern erhalten. Neben der Freude darüber empfand ich das Feedback auch als Bestätigung dafür, dass meine Entscheidung, Weihnachtsbriefe zu schreiben, richtig gewesen war.

Weitere Tipps und Hinweise zum Teamumfeld im Kinderfußball sind unter 'Themenverwandte Links' zusammengestellt.