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Karl Rothmund: "Nachhaltigkeit gehört zum Fußball wie das 1:0"

Unmittelbar vor dem Bundestag in Nürnberg hat der Deutsche Fußball-Bund seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, nach den Italienern als zweiter europäischer Fußballverband.

Welche soziale Rolle spielt der Fußball? Worin besteht die gesellschaftliche Verantwortung des Fußballs (und wo endet sie)? Welche Werte vermittelt das Spiel? Im DFB.de-Gespräch der Woche beantwortet DFB-Vizepräsident Karl Rothmund diese für den Fußball grundlegenden Fragen – die über Projekte, Budgets und Personalien entscheiden.

Für den mittlerweile 70-jährigen Innovator endet mit dem Bundestag in Nürnberg das Kapitel "DFB-Präsidium", dem er seit 2007 angehörte. Der Begründer des DFBnet und von FUSSBALL.de möchte jetzt Jüngeren Gelegenheit geben, das Steuer zu übernehmen. "Es war eine schöne Zeit, aber ich hätte auch ohne die Altersgrenze aufgehört." Das Interview führten Stefanie Schulte und Lothar Rieth.

DFB.de: Herr Rothmund, vor drei Jahren zum Bundestag in Essen hat der DFB mit der Publikation „Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit“ auf die besondere gesellschaftspolitische Rolle des Fußballs hingewiesen. Jetzt veröffentlicht der DFB erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht. Haben Sie Ihre Ziele erreicht?

Karl Rothmund: Wir haben uns 2010 auf den Weg gemacht und seitdem einiges erreicht. Gesellschaftliche Verantwortung ist sicher keine Aufgabe, die man irgendwann abschließen kann. Sie muss täglich gelebt werden und entwickelt sich ständig weiter – so wie sich auch die Gesellschaft entwickelt. Aber ein wichtiges Etappenziel haben wir sehr wohl erreicht: Mit diesem Bericht ist es uns erstmals gelungen, systematisch Auskunft über unsere nachhaltigen Aktivitäten zu geben.

DFB.de: Der Begriff Nachhaltigkeit wird mittlerweile inflationär benutzt. Was genau bedeutet denn Nachhaltigkeit für einen Fußballverband?

Rothmund: Genau diese Frage haben wir uns zu Beginn unserer Kommissionsarbeit auch gestellt. Für uns als Fußballverband bedeutet dies an allererster Stelle, den Fußball dauerhaft tragfähig und erfolgreich zu organisieren. Mit seinem einzigartigen sportlichen Angebot, das über die Fußballvereine fast in jeder Gemeinde und somit flächendeckend und kostengünstig für alle Sport- und Fußballbegeisterten bereitgestellt wird, leistet der organisierte Fußball einen großen Beitrag für die Gesellschaft. Unser vorrangiges Nachhaltigkeitsziel ist daher die langfristige Sicherung dieses Fußballbetriebs in der Breite und in der Spitze.

DFB.de: Und welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang gesellschaftliche und andere zentrale Aspekte der Nachhaltigkeit?



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Unmittelbar vor dem Bundestag in Nürnberg hat der Deutsche Fußball-Bund seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, nach den Italienern als zweiter europäischer Fußballverband.

Welche soziale Rolle spielt der Fußball? Worin besteht die gesellschaftliche Verantwortung des Fußballs (und wo endet sie)? Welche Werte vermittelt das Spiel? Im DFB.de-Gespräch der Woche beantwortet DFB-Vizepräsident Karl Rothmund diese für den Fußball grundlegenden Fragen – die über Projekte, Budgets und Personalien entscheiden.

Für den mittlerweile 70-jährigen Innovator endet mit dem Bundestag in Nürnberg das Kapitel "DFB-Präsidium", dem er seit 2007 angehörte. Der Begründer des DFBnet und von FUSSBALL.de möchte jetzt Jüngeren Gelegenheit geben, das Steuer zu übernehmen. "Es war eine schöne Zeit, aber ich hätte auch ohne die Altersgrenze aufgehört." Das Interview führten Stefanie Schulte und Lothar Rieth.

DFB.de: Herr Rothmund, vor drei Jahren zum Bundestag in Essen hat der DFB mit der Publikation „Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit“ auf die besondere gesellschaftspolitische Rolle des Fußballs hingewiesen. Jetzt veröffentlicht der DFB erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht. Haben Sie Ihre Ziele erreicht?

Karl Rothmund: Wir haben uns 2010 auf den Weg gemacht und seitdem einiges erreicht. Gesellschaftliche Verantwortung ist sicher keine Aufgabe, die man irgendwann abschließen kann. Sie muss täglich gelebt werden und entwickelt sich ständig weiter – so wie sich auch die Gesellschaft entwickelt. Aber ein wichtiges Etappenziel haben wir sehr wohl erreicht: Mit diesem Bericht ist es uns erstmals gelungen, systematisch Auskunft über unsere nachhaltigen Aktivitäten zu geben.

DFB.de: Der Begriff Nachhaltigkeit wird mittlerweile inflationär benutzt. Was genau bedeutet denn Nachhaltigkeit für einen Fußballverband?

Rothmund: Genau diese Frage haben wir uns zu Beginn unserer Kommissionsarbeit auch gestellt. Für uns als Fußballverband bedeutet dies an allererster Stelle, den Fußball dauerhaft tragfähig und erfolgreich zu organisieren. Mit seinem einzigartigen sportlichen Angebot, das über die Fußballvereine fast in jeder Gemeinde und somit flächendeckend und kostengünstig für alle Sport- und Fußballbegeisterten bereitgestellt wird, leistet der organisierte Fußball einen großen Beitrag für die Gesellschaft. Unser vorrangiges Nachhaltigkeitsziel ist daher die langfristige Sicherung dieses Fußballbetriebs in der Breite und in der Spitze.

DFB.de: Und welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang gesellschaftliche und andere zentrale Aspekte der Nachhaltigkeit?

Rothmund: Gerade weil sich so viele Menschen im Verein oder als Fan für den Fußball begeistern und damit für „Botschaften“ aus dem Fußball erreichbar sind, haben wir als Dachverband des Fußballsports natürlich auch eine besondere Verantwortung. Wir mochten den Fußball nutzen, um Werte zu vermitteln. Ich denke dabei insbesondere an Fairplay. Ebenso können wir gesellschaftspolitische Themen, wie Inklusion oder auch Umweltschutz, mit den Möglichkeiten des Fußballs unterstützen. Und der Erfolg des Fußballs gibt uns schließlich auch die Möglichkeit, dass wir uns etwa mit den Erträgen aus dem Benefizländerspiel der Nationalmannschaft, in vielen Feldern sozial engagieren können. Das ist Verpflichtung und Chance zugleich.

DFB.de: Wie erreichen Sie als DFB dieses Ziel? Was unternehmen Sie dafür konkret?

Rothmund: Nachhaltigkeit wird in rund 25.500 Vereinen und über 165.000 Mannschaften und von 1,7 Millionen ehrenamtlich engagierten Menschen quasi täglich gelebt. Im Mittelpunkt unseres Engagements stehen einerseits die Regional- und Landesverbande und andererseits die Vereine selbst. Sie unterstützen wir bei der täglichen Verbands- und Vereinsarbeit. Mit dem Anfang 2012 durchgeführten Amateurfußball-Kongress "Verein(t) in die Zukunft" habenwir die besondere Bedeutung der Basis für einen erfolgreichen Fußball auf allen Ebenen unterstrichen – und das Engagement aller Im organisierten Fußball Aktiven, ob Trainer, Schatzmeister oder Platzwart, ist die Grundlage dafür. Unsere Kommission Nachhaltigkeit hatte in den letzten drei Jahren die Aufgabe, all diese Aktivitäten zu sichten, ihre gesellschaftliche Wirksamkeit zu analysieren und gegebenenfalls Impulse für die Weiterentwicklung zu geben. Mit diesem Bericht ist diese Arbeit sicher nicht abgeschlossen. Sie wird künftig in den zuständigen Fachausschüssen und Kommissionen fortgeführt, eine Steuerungsgruppe wird für die Koordinierung zuständig sein.

DFB.de: Was waren in den vergangenen drei Jahren für Sie die Höhepunkte bei der Stärkung der Nachhaltigkeit im organisierten Fußball?

Rothmund: Zu den Höhepunkten zählt ohne Zweifel die Frauen-WM im eigenen Land. Im Sommer 2011 wurde über drei Wochen mit vollen Stadien gezeigt, wie spannend und hochklassig Frauenfußball ist. Die Qualität des Fußballsports, aber auch die Professionalität der Ausrichtung dieser WM war aus meiner Sicht gelebte Gleichberechtigung. Auch wenn die deutschen Frauen leider bereits im Viertelfinale ausgeschieden sind, hat das Turnier über das Sportliche hinaus weltweit Maßstäbe gesetzt. Dies gilt für den Umweltschutz in den Stadien sowie bei Catering und Mobilität. Ebenso wichtig war der bereits erwähnte Amateurfußball-Kongress im Februar 2012 als Meilenstein für die Stärkung der Basis des Fußballs in Deutschland. Es wurde deutlich, dass die Forderung und Qualifizierung des Ehrenamts zentral für die Erhaltung der starken Vereinsbasis ist.

DFB.de: Der Fußball ist allgegenwärtig. Sehen Sie dadurch auch eine Gefahr der Überhöhung des Fußballs? Sind die Erwartungen, die man an ihn stellt, bisweilen zu hoch?

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Rothmund: Wir sind alle gut beraten, auch die Grenzen des nachhaltigen Handelns im organisierten Fußball zu beachten. Wir sind Teil dieser Gesellschaft und damit auch betroffen von gesellschaftlichen Fehlentwicklungen. Der organisierte Fußball ist deshalb aufgefordert, die Probleme, wie die Diskriminierung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen, offen anzusprechen und sowohl die Fußballer als auch die Fußball-Anhänger zu sensibilisieren. Sie zu lösen, erfordert jedoch eine gemeinsame Anstrengung vieler gesellschaftlicher Kräfte und nicht allein des Fußballs.

DFB.de: Im Rückblick auf zwei Amtszeiten als DFB-Vizepräsident zum Abschluss die Frage, Herr Rothmund: Was möchten Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg geben? Worin bestehen die künftigen Aufgaben?

Rothmund: Die gesellschaftliche Verantwortung des Fußballs, die heute unter dem Begriff der Nachhaltigkeit gefasst wird, hat eine lange Historie und gehört zum Fußball wie das 1:0. Das Bewusstsein für die gesellschaftlichen Möglichkeiten des Fußballs mehr zu schärfen und diese sowohl für die Entwicklung des Fußballs, aber gleichermaßen zur Unterstützung der Gesellschaft zu nutzen, ist auch zukünftig eine wichtige Verantwortung.