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Kabinenansprache: informieren und motivieren

Die Kabine ist der Ort, an dem Trainer die volle Aufmerksamkeit ihrer Spieler einfordern, sie motivieren und trösten, sie versuchen, mit Sprache zu erreichen und zu fesseln. Doch obschon der Raum klein ist und alle Kinder den Ausführungen lauschen, ist noch längst nicht gewährleistet, dass sie den Inhalt der Worte verstehen und auf dem Platz umsetzen. Mathias Röben, pädagogischer Leiter im Nachwuchsbereich des BVB, stellt zwei grundlegend verschiedene Formen der Ansprache vor.


Wie setze ich mich in Szene?

Der Trainer als Redner in der Kabine bist der Schlüssel für die Tür, durch die alle relevanten Informationen die Spieler erreichen – egal ob mit motivierendem oder sachlichen Hintergrund. Der erste Schritt ist die uneingeschränkte Aufmerksamkeit, die die Mannschaft ihm schenken soll. Demnach sind alle Schuhe geschnürt, keiner spielt mit einem Ball oder lenkt den Nachbarn ab. Alle Blicke sind auf ihn als Sender der Informationen gerichtet. Der Trainer trägt Sorge dafür, dass ihn alle Spieler sehen können. Bedeutet: Kein Tisch, keine Sporttaschen oder Massageliege ist im Weg. Sollte er Gegenstände und Utensilien (»Unser heutiger roter Faden im Spiel!«) für die Ansprache benötigen, dann deponiert er diese vorher in der Kabine. Er schafft Verbindlichkeiten, indem er ein oder zwei Spielern eine Anweisung auf den Arm schreibt, z. B.: »Nicht aufgeben!« oder »Beidfüßig passen!«. Die Spieler sollen immer mit positiver Freude in das bevorstehende Spiel gehen. Die Angst zu versagen, ist kein guter Matchbegleiter!


© Nils Eden

Die Motivationsrede

Die Motivationsrede zeichnet sich durch einen charakteristischen Spannungsbogen aus, an dessen Ende der begeisterte, hochmotivierte, willensstarke und positiv gespannte Spieler steht, bei dem es im Bauch zu kribbeln beginnt und der den Anpfiff des Spiels herbeisehnt. Die Motivationsrede ist eine Countdownrede mit einer eindeutigen Sender-Empfänger-Struktur. Eine Hauptaufgabe ist es, seine Spieler sprachlich zu fesseln und zu begeistern. Eine bildhafte Sprache ist nahezu unerlässlich, um die Mannschaft in den Bann zu ziehen.

Weitere motivierende Maßnahmen bestehen aus

  • ... der Provokation – was sagt der Gegner über uns?
  • ... dem Appell an den unschlagbaren Teamgeist mittels Schaschlikstäbchen. Ein Stäbchen steht für jeden einzelnen Spieler, der für sich isoliert leicht durchbrochen werden kann. Aber viele Stäbe halten sie zusammen (mit Tesaband umwickeln), trotzen hohem Druck und starker Kraft. Die Botschaft dahinter: Als Team sind wir unschlagbar! Oder: Wir haben nur eine Chance, wenn wir als Team auftreten!
  • ... der direkten Einzelansprache mit der Möglichkeit der taktilen Kommunikation.
  • ... der Verkörperung eigener Entschlossenheit (Ärmel hochkrempeln, leicht ausladende Beinstellung, klarer Gestik) mit akustischer Unterstützung (kurze Musiksequenzen, eine Ansprache eines prominenten Trainers etc.).

Bei allen unterstützenden Maßnahmen ist es wichtig, sie nicht inflationär zu benutzen, sondern gezielt einzusetzen. So werden diese motivierenden Reden und Maßnahmen ihr Ziel nicht verfehlen. Erfahrene und reflektierte Trainer, die sich darüber hinaus mit jedem einzelnen Spieler und dessen Persönlichkeitsstruktur befasst haben, wissen genau, wie sie ihr Team und jeden Einzelnen verbal ‘packen’ können.


© Nils Eden

Die Informationsrede

Bei dieser Art der Kabinenansprache geht es um die sachliche und informelle Schwerpunktinformation. Dabei gilt es zwingend zu beachten, dass der Mensch lediglich zehn bis 20 Prozent des gesprochenen Wortes behält und verinnerlicht. Der Trainer reduziert seine Informationsrede in der Kabine also auf zwei bis drei Schwerpunkte, die für seine Spieler verbindlich sind. Die visuelle Unterstützung des gesprochenen Wortes ist dabei unerlässlich. Als Trainer im Kinderbereich sollte es Aufgabe sein, vor dem Spiel die Grundordnung innerhalb von drei bis maximal fünf Minuten zu erläutern. Themenorientierte offene Fragen an die Spieler und ein partizipatorischer Ansatz bei ‘taktischen’ Fragestellungen erhöhen die Aufmerksamkeit bei den Spielern. Langatmige Reden von Trainern, sich selbst gern dozieren hören, erzeugen bei jedem Kind nur Langeweile und Unaufmerksamkeit. Für die Aneignung von Fähigkeiten und Fertigkeiten ist die handlungsorientierte Tätigkeit im Training, die Praxis auf dem Feld von herausragender Bedeutung. Was ich in der Woche nicht geübt habe, werde ich vor dem Spiel in verbaler Form nicht in die Köpfe der Kinder bekommen.

Beispiele für Informationen sind:

  • »Marc, versuch heute, alle deine Einwürfe nach vorne zu werfen!«
  • »Ken, wenn du einen Ball eroberst, bring sofort deinen Körper zwischen Ball und Gegner, um ihn nicht sofort wieder zu verlieren!«
  • »Timo, als Torwart wird es heute besonders wichtig sein, mitzuspielen. Versuch so oft wie möglich, die Torlinie zu verlassen und als Libero deiner Mannschaft weiter vorne zu helfen!«


Weitere Tipps und Hinweise zum Wettspiel sind unter den themenverwandten Links zusammengestellt.