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Saisonvorbereitung: 'Fit' für's 11 gegen 11?

In der Saisonvorbereitung ist es das Ziel aller Trainer, das eigene Team für die Saison fit zu machen! Doch dabei gerät das Hauptaugenmerk oftmals zu starr auf athletische Inhalte! Klar, die Spieler benötigen Fitness-Grundlagen, die vor allen Dingen ab den C-Junioren auf Grund des voranschreitenden Wachstums zunehmend auf den Trainingsplan rücken können. Doch die größte Veränderung in dieser Hinsicht schafft nicht das Training, sondern das Wachstum selbst: Verbesserte Krafteigenschaften ermöglichen erst, was in ihrer ersten Saison als C-Junioren auf die Spieler zukommen wird: das Spiel im 11 gegen 11!

Die neuen Anforderungen beanspruchen die Spieler in allererster Linie in kognitiver sowie in koordinativer Hinsicht. Hier gilt es anzusetzen! Schon bei der Umstellung vom 7 gegen 7 zum 9 gegen 9 bei den D-Junioren haben sich Passabstände, Schussdistanzen und die Beschaffenheit der Räume verändert. Plötzlich ist es deutlich schwerer, einfach mal in der eigenen Hälfte loszudribbeln und ein Tor zu erzielen. Bei den C-Junioren im 11 gegen 11 wird dies mehr oder weniger unmöglich!

Daraus folgt, dass die Spieler ihre komplette Spielweise, die sie sich teilweise über Jahre hinweg angeeignet haben, in dieser Saison von jetzt auf gleich stark verändern müssen. Diese Tatsache gibt im C-Junioren-Bereich die wichtigsten Trainingsinhalte für die Saisonvorbereitung vor: Dem Trainer und seinen Spielern bleiben mehr oder weniger sechs Wochen, um hierfür die richtigen Grundlagen zu schaffen!

Die Anforderungen im 11 gegen 11 unter der Lupe

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Beim Dribbling von C-Junioren auf dem Großspielfeld gibt es häufig vor allen Dingen eines: viel Platz! Stand im Kinderfußball vornehmlich eine enge Ballführung und ein trickreiches Dribbling auf engstem Raum auf dem Trainingsplan, müssen die Spieler jetzt je nach Situation zusätzlich raumgreifend dribbeln können. Konkret heißt das, dass mit möglichst hohem Tempo die größtmögliche Distanz zurückgelegt werden muss. Angenehm ist, dass dem Ballbesitzer dabei nicht unbedingt immer ein Gegenspieler direkt 'auf den Füßen' steht. Doch reicht die Kraft schon für ein erfolgversprechendes Tempodribbling?

Entscheidet sich der Spieler für ein solches, so gilt es, den Ball etwas weiter vom Fuß wegzulassen, ihn im Optimalfall mit dem Vollspann zu führen, dabei jedoch zu keinem Moment die Kontrolle zu vernachlässigen. Die Bedeutung der Dribbelgeschwindigkeit mit dem Ball nimmt hier im Vergleich zum Einsatz von Finten auf engem Raum deutlich zu.

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Ein 'Bewegungsvorsprung' gegenüber einem Gegenspieler ist nicht nur für das bereits beschriebene 'raumgreifende' Dribbling von Bedeutung. Umso wichtiger ist es, dass die Spieler verinnerlichen, wie elementar ein guter erster Kontakt bei der Ballan- und -mitnahme ist. Während auf engem Raum der Ball am Fuß kontrolliert und gegebenenfalls der Körper zwischen den Ball und den Gegner gebracht werden muss, gilt es bei großen Räumen, die Zuspiele möglichst mit offener Stellung sofort in die gewünschte Dribbelrichtung zu verarbeiten. Ein Spieler, der dabei stets in Spielrichtung und mit Zug zum Tor agiert, sorgt dabei oft für Gefahr!

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Natürlich behält das kontrollierte, präzise Zuspiel mit der Innenseite auch auf dem Großspielfeld seinen Wert. Doch das klassische Kurzpassspiel, so wie es die Spieler aus dem Kinderfußball kennen, garantiert nicht immer den gewünschten Raumgewinn! Hier kann bzw. muss die formulierte Forderung, dass der Ball möglichst immer am Boden bleibt, situationsbedingt aufgelöst werden.

Die Technik verändert sich entsprechend: Stramme, scharfe Pässe – zunehmend auch in den Raum als ausschließlich in den Fuß – sowohl mit der Innenseite, aber auch mit dem Vollspann stehen auf dem Ausbildungsplan. Außerdem kommen je nach Ausbildung der Krafteigenschaften der Passgeber auch halbhohe bzw. hohe Zuspiele mit dem Innen- und dem Vollspann zur Anwendung. Diese können sowohl als Flanke als auch als Flugball gespielt werden.

Bei hohen Zuspielen ist mittelfristig selbstverständlich auch die folgende Aktion entsprechend anzupassen: Das Training der An- und Mitnahme sowie des Kopfballs steht schon bald auch auf dem Plan. Doch solange die Spieler noch nicht wirklich in der Lage sind, z. B. eine saubere Flanke zu schlagen, besitzt auch das Kopfballtraining noch nicht wirklich Priorität!

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Nicht zuletzt die Abseitsregel verhindert im 11 gegen 11 auf dem Großspielfeld häufig, dass bis zum Gegner-Tor durchkombiniert werden kann. Entsprechend sollte es zunehmend auch zu Torabschlüssen aus der zweiten Reihe kommen! Oftmals leichter gesagt als getan! Für körperlich kleinere Spieler stellt dies manchmal ein großes Problem dar.

Hier muss der Trainer einen 'Spagat' schaffen: Einerseits muss er die Spieler auf die geänderten Anforderungen vorbereiten, andererseits darf er dabei jedoch seine kleineren Akteure nicht überfordern. Hier gilt es, manchmal besonders geduldig zu sein. Mit der Zeit verbessert sich der Torschuss mit zunehmenden Krafteigenschaften von ganz allein.

Ein Trost für alle Spieler, die mit ihrem Torabschluss noch nicht ganz so zufrieden sind, kann dabei das große Tor sein! Gelingen hier häufiger Treffer, so sind zahlreiche Erfolgserlebnisse garantiert – zumindest wenn man kein Torhüter ist, dem es gegebenenfalls ebenso noch an geeigneter Körpergröße mangelt!

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Apropos Torhüter... Hier gilt: Des einen Freud, des anderen Leid! Auch der Torhüter muss sich bei der Anwendung seiner Techniken auf deutlich vergrößerte Proportionen einstellen. Dies gilt sowohl für das Fangen von Bällen, das jetzt häufiger auch durch das Abfangen von Flanken ergänzt wird, als auch für das Abrollen und Hechten zur Ballabwehr auf dem Großtor!

Doch nicht nur die Torverteidigung beansprucht den C-Junioren-Torhüter: Auch im Spielaufbau steigt sein Stellenwert im Team enorm. Mit weitem Abrollen, Abwerfen und Abschlagen kann er seine Mannschaftskameraden gezielt in Szene setzen. Hinter den eigenen Verteidigern bedarf es nicht zuletzt auf Grund der Rückpassregel auch hervorragender technischer Fertigkeiten mit dem Fuß, um hier als 'zusätzlicher Feldspieler' agieren zu können. Genügend Themen also, die es zu bearbeiten gilt – auch wenn die Körpergröße bei dem einen oder anderen anfangs noch nicht richtig mitspielen will!

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Die Grundzüge der Individualtaktik sollten C-Junioren 'im Schlaf' beherrschen, kamen diese doch allesamt auch schon beim Kleinfeldfußball im Kinderbereich vor. Doch auch hier verschieben sich die Prioritäten: Das gegnerüberwindende Dribbling mit Finten kommt auf dem Großfeld seltener vor.

Vielmehr gewinnt auch das Spiel ohne Ball, das Anbieten und Freilaufen an Bedeutung. Der Frage, welche Zonen es durch welchen Spieler wann zu besetzen gilt, müssen sich alle Spieler stellen. Besetzen diese nämlich nicht die vorgegebenen Positionen in der Breite und Tiefe des Feldes, so entstehen auf dem Großspielfeld schnell unüberwindbare Lücken. Dies gilt sowohl offensiv als auch defensiv!

Das 1 gegen 1 wird zunehmend durch Athletik und Timing bestimmt. Im direkten Duell mit dem Gegner kommt im Zweikampf häufiger auch der Körper zum Einsatz. In den größeren Räumen ist auch die Bedeutung des Anlaufens sowie der Zeitpunkt des Angreifens bzw. des Tempowechsels zunehmend von Interesse.

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Das Spiel im 11 gegen 11 auf dem Großspielfeld bietet zahlreiche Möglichkeiten für gruppentaktische Verhaltensweisen. Durch die größeren Räume wird es zusätzlich elementar, dass sich die Spieler sowohl in der Offensive als auch in der Defensive gegenseitig abstimmen. Im 11 gegen 11 ist der 'Alleinunterhalter' weitestgehend passé!

Entsprechend genießen gruppentaktische Inhalte höchste Priorität! Alle Spieler im Team müssen wissen, wie das Schaffen von Überzahl am Ball funktioniert. Das gegenseitige Unterstützen und Absichern beim Doppeln ist auf dem Großspielfeld besonders wichtig, da dem gegnerischen Ballbesitzer ausreichend Räume zur Verfügung stehen, in die er im 1 gegen 1 ausweichen könnte. Ein Ballgewinn klappt deshalb oftmals nur zu zweit!

Auch in der Offensive sind gruppentaktische Maßnahmen erfolgversprechend: Das Doppelpassspiel wird genauso wie das Spiel über den Dritten im weiteren Verlauf der Fußballausbildung für den Spielaufbau, die Ballzirkulation und das Herausspielen von Torchancen von Bedeutung sein. Weitere Möglichkeiten sind erste Positionswechsel wie z. B. beim Hinterlaufen am Flügel. Hier muss der Trainer jedoch beachten, dass es im C-Junioren-Bereich in den meisten Fällen noch nicht zu erwarten ist, dass ein Außenverteidiger den nach innen ziehenden äußeren Mittelfeldspieler überholt. Hierfür reicht zumindest zu Beginn die Athletik der Spieler erfahrungsgemäß noch nicht aus.

Die Liste zur Verfügung stehender Themen ließe sich deutlich weiter fortführen. Schritt für Schritt muss der Trainer diese Inhalte seinen Spielern nahebringen.

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Mannschaftstaktische Inhalte sollten bei C-Junioren erstmalig und nur in Grundzügen angesprochen werden. Selbstverständlich ist es wichtig, dass die Spieler die verschiedenen Spielsysteme und Grundaufstellungen in der Grobform kennenlernen. Schließlich müssen sie wissen, welche Aufgaben sie auf den verschiedenen Positionen zu bewältigen haben. Auch das geschlossene Verschieben im Mannschaftsverbund kann durchaus thematisiert werden.

Für komplexere Aufgabenstellungen fehlt schlicht und ergreifend die Zeit. Zudem mangelt es den Spielern noch an der erforderlichen Basis. Erst wenn die meisten gruppentaktischen Verhaltensweisen 'sitzen' sollte mannschaftstaktisches Training intensiviert werden.

Schon diese Aufstellung der Veränderungen beim Wechsel ins 11 gegen 11 auf dem Großspielfeld lässt erahnen, dass es nicht ein klassisches 'Kondition bolzen' sein kann, das in der Saisonvorbereitung der C-Junioren auf dem Trainingsplan steht. Hier kann der Trainer ganz beruhigt sein: Schon allein die Gewöhnung an die größeren Entfernungen im Spiel durch häufiges Spielen und Anwenden im Training genügt, dass die Spieler die erforderlichen Ausdauergrundlagen erhalten!

Strebt der Coach für seine Spieler eine Optimierung dieser Fähigkeiten an, so lässt sich diese also getrost auch erst in einer der folgenden Vorbereitungsphasen angehen – dann nämlich, wenn alle zu priorisierenden Inhalte bereits ausreichend erarbeitet sind!

Statt einer umfassenden Athletikschulung sollte sich der Trainer in der Saisonvorbereitung zunächst also eher den folgenden Inhalten widmen:

  • Technische Ausbildung vornehmlich im Aufwärmen (Dribbeln, Passen, An-/Mitnehmen) unter Berücksichtigung der deutlich größeren Räume bzw. durch Einsatz stark vergrößerter Abstände;
  • Trainieren der koordinativen Fähigkeiten sowie Verbesserung der Stabilisation und der Dehnfähigkeit;
  • Erlernen des Doppelns als Grundlage für das ballorientierte Verschieben;
  • Anwenden des Doppelns im Defensivverbund (z. B. Verteidigen mit Viererkette, Ballgewinnspiel);
  • Erlernen verschiedener Kombinationsmöglichkeiten (z. B. Doppelpass, Spiel über den Dritten) als Grundlage für den Spielaufbau, die Ballzirkulation und das Herausspielen von Torchancen;
  • Anwendung technischer Fertigkeiten in taktischen Abläufen (z. B. Kombinationen zum Torabschluss, Über-/Unterzahlspiele – auch hier größere Abstände einrichten!);
  • elementares Erarbeiten einer Positionszuordnung und Raumaufteilung im 11 gegen 11;
  • Kennenlernen einfacher Möglichkeiten des Positionswechsels (z. B. durch Kreuzen/Hinterlaufen) – gegebenenfalls aber auch erst im Saisonverlauf;
  • fußballspezifische Ausdauerschulung durch zahlreiche Trainingsspiele mit vielen Spielern auf möglichst großem Feld (bei Aus sofort neue Bälle einspielen!); Anwendung aller Lerninhalte im 11 gegen 11 auf dem Großspielfeld (Trainings- und Testspiele organisieren!)

Helfen Sie Ihren Spielern, den riesigen 'Berg' zu erklimmen, vor dem sie stehen, wenn der Übergang ins 11 gegen 11 auf dem Großspielfeld ansteht! In der Saisonvorbereitung gilt es zunächst, die groben Weichen zu stellen! Dies verschafft den Spielern einen Überblick, was sie auf dem Großfeld zu leisten haben. Das erste Saisonspiel kommt schneller als gedacht. Und dann sollte jedem Spieler zumindest in Grundzügen klar sein, was seine Aufgaben sind. Zudem sollte er das Handwerkszeug dafür besitzen, diesen Anforderungen auch gerecht werden zu können.

Im weiteren Saisonverlauf stehen dann die Feinheiten auf dem Programm. Hier kann weiter an der Individualtaktik gefeilt, das technische sowie gruppen- und mannschaftstaktische Repertoire erweitert, die Athletik verbessert werden und und und. Das Umstellen der Spieler auf das Großspielfeld sowie ihre Vorbereitung auf das 11 gegen 11 ist eine Mammutaufgabe, der sich die Trainer dieser Altersklasse stellen müssen. Und der Startschuss hierfür fällt in der Saisonvorbereitung!

Teambuilding: So bauen Sie eine echte '11er-Mannschaft'!

Neben den sportlichen Inhalten der Saisonvorbereitung stehen selbstverständlich auch außersportliche Maßnahmen zum Teambuilding auf dem Programm. In Teil 2 unserer Miniserie zur Vorbereitung mit C-Junioren widmen wir uns am kommenden Montag, 20. Juni 2016, auch diesem Thema.