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Taktikprinzipien & Spielsysteme in der Halle

2-2 oder 1-2-1 oder noch ein ganz anderes System? Wenn in der Halle jeweils vier Feldspieler gegeneinander antreten, stellen sich viele die Frage nach der passenden taktischen Ausrichtung. Klar: Drinnen gibt es deutlich weniger Möglichkeiten als draußen. Auch müssen sich die Spieler ohne Ball häufig viel mehr an den Verhaltensweisen der Ballbesitzer ausrichten. Schließlich bleibt im Hallenfußball oftmals nicht viel Zeit, so dass Teams ohne eine sofortige Zuordnung schnell Gegentore kassieren können!

Doch spielen deshalb mannschaftstaktische Prinzipien in der Halle nur eine untergeordnete Rolle? Mitnichten! Im Gegenteil: Schließlich sind in der Halle unabhängig von ihrer Position in der Grundaufstellung deutlich öfter als draußen sowohl an offensiven als auch an defensiven Aktionen ihrer Mannschaft beteiligt. Vereinfacht könnte man also sagen: "Beim Hallenfußball spielen alle vorne und alle hinten!"

Taktische Flexibilität ist im Hallenfußball also angesagt! Dies stellt hohe Anforderungen an die Spieler. Sie müssen in allen Grundformationen agieren können und – mehr noch – auch innerhalb eines Spiels in Sekundenschnelle sich neu ergebende Situationen erkennen und von einem System ins andere umschalten können.

Aber in welchen Situationen und unter welchen Voraussetzungen ist welches Spielsystem besser geeignet? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben wir in der folgenden Aufstellung einmal die Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme zusammengestellt und taktische Prinzipien herausgearbeitet.

Taktische Grundformationen im Hallenfußball

Grundaufstellung und taktische Prinzipien

  • 2 Verteidiger und 2 Angreifer agieren jeweils nebeneinander auf einer Linie.
  • Ballbesitzer sollten möglichst nach innen in Richtung Gegner-Tor ziehen.
  • Ist ein Torabschluss nicht möglich, so kann der Ballbesitzer zu einem Mitspieler auf einer Außenposition passen. Wichtig: Das Zentrum nach dem Pass sofort räumen, um dem Passempfänger ebenfalls Platz zum Dribbeln zu verschaffen.
  • Darauf achten, dass alle Positionen während des gesamten Spiels ununterbrochen besetzt sind!
  • Die Zuordnung bei Ballbesitz des Gegners vor dem Spiel klar festlegen (Raumdeckung mit Übergeben/Übernehmen oder Gegnerdeckung im 1 gegen 1).

Vorteile

  • Die feste Besetzung der Seiten schafft Räume im Zentrum.
  • Die klare Anordnung der Spieler vor-/hintereinander ermöglicht offensiv-defensive Positionswechsel (z. B. durch Hinterlaufen).
  • Die klare Aufgabenverteilung vereinfacht die stetige Besetzung der vorgegebenen Positionen.
  • Bei Ballbesitz des Gegners ist sowohl Mann- als auch Raumdeckung möglich! Achtung: Vor dem Spiel unbedingt festlegen!

Nachteile

  • Gegnerische Spieler im Zentrum bedürfen einer schnellen, nicht durch die Grundaufstellung vorgegebenen Zuordnung, da sie sich unmittelbar im torgefährlichen Raum befinden.
  • Kein eigener Spieler befindet sich sozusagen als 'Stoßstürmer' unmittelbar vor dem gegnerischen Tor.
  • Die Raumaufteilung im 2-2 ist manchmal recht statisch und hat für den Gegner nur selten einen besonderen Überraschungsmoment parat.
  • Hohe Laufbereitschaft aller beteiligten Spieler erforderlich!

Grundaufstellung und taktische Prinzipien

  • Die Spieler postieren sich in Rautenformation: 1 Verteidiger, 2 'Mittelfeldspieler' und 1 Stürmer.
  • Kurzfristige Positionswechsel vermeiden! Jedoch kann die gesamte Raute im Uhrzeigersinn oder im Gegenuhrzeigersinn rotieren.
  • Das Aufbauspiel erfolgt vornehmlich über außen. Ziel ist es, den Stürmer vor dem gegnerischen Tor in Abschlussposition anzuspielen.
  • Bei Ballbesitz des Gegners sofort umschalten und den Gegenspielern zuordnen!

Vorteile

  • Je ein fester Stürmer und Verteidiger in den torgefährlichen Räumen!
  • Gute Raumaufteilung in Breite und Tiefe!
  • Die Rautenformation gibt die Staffelung der Spieler in Dreiecksform bereits systembedingt vor. Dem Ballbesitzer stehen so mehrere Anspielmöglichkeiten zur Verfügung.
  • Variable Veränderung der Gegebenheiten durch einfache Rotation möglich!
  • Dennoch bleiben die direkten Nebenspieler gleich, so dass einstudierte Abläufe beibehalten werden können.
  • Die klare Aufgabenverteilung vereinfacht die stetige Besetzung der vorgegebenen Positionen.

Nachteile

  • Keine kurzfristigen Positionswechsel zwischen zwei Spielern empfehlenswert, da dies häufig zu große Unruhe in die bestehende Rautenformation bringt.
  • Der fest postierte Stürmer ist gegebenenfalls leicht ausrechenbar und kann mit einer klaren Gegnerzuordnung einfach 'aus dem Spiel genommen' werden.
  • Bei abweichender Grundordnung und Ballbesitz des Gegners müssen sich alle Spieler am Gegner-System orientieren und Mann für Mann zuordnen.
  • Keine Raumdeckung möglich!

Grundaufstellung und taktische Prinzipien

  • Vor den Toren 1 Verteidiger und 1 Angreifer postieren. An den Seiten je 1 Außenspieler aufstellen.
  • Bei Ballbesitz agieren die Außenspieler als zusätzliche Angreifer, nach Ballverlust werden sie sofort Verteidiger.
  • Für die Position der Außenspieler sehr laufstarke Spieler auswählen und diese gegebenenfalls in einer höheren Frequenz wechseln, um frühzeitige Ermüdung dieser Akteure zu vermeiden.
  • Auf weitergehende Positionswechsel oder -rotationen verzichten!

Vorteile

  • Je ein fester Stürmer und Verteidiger in den torgefährlichen Räumen!
  • Gute Raumaufteilung in Breite und Tiefe!
  • Stetige Überzahl in den situativ bespielten Aktionsräumen!
  • Das Spielsystem kann gegen jede Grundordnung des Gegners Anwendung finden.
  • Einfache Dreiecksbildung im Spielaufbau! Dem Ballbesitzer stehen so mehrere Anspielmöglichkeiten zur Verfügung.
  • Immer gleiche Nebenspieler: Fest einstudierte Abläufe möglich!
  • Klare Positionsvorgaben!

Nachteile

  • Das Team agiert ohne Positionswechsel und ist so gegebenenfalls leichter auszurechnen.
  • Der fest postierte Stürmer kann mit Manndeckung ebenfalls einfach 'aus dem Spiel genommen' werden.
  • Intensive Belastung der Außenspieler geht einher mit einer erhöhten Fehleranfälligkeit des Systems (z. B. durch ein verspätetes oder nicht erfolgtes Umschalten).
  • Häufige Spielerwechsel bringen Unruhe!

Grundaufstellung und taktische Prinzipien

  • Grundaufstellung: 2 Verteidiger, 1 zentraler Mittelfeldspieler, 1 Angreifer.
  • Bei Ballbesitz des Torhüters schaffen die Verteidiger Raum im Zentrum, indem sie sich 'breit' an den Seitenlinien postieren.
  • Spielaufbau über den zentralen Mittelfeldspieler gegebenenfalls im Zusammenspiel mit den Verteidigern.
  • Ziel ist es, möglichst schnell durch das Zentrum in die Spitze zu kombinieren, um zielstrebig abzuschließen.
  • Situationsbedingt ist im Zentrum auch ein kurzfristiger Positionswechsel zwischen dem Mittelfeldspieler und dem Angreifer denkbar.
  • Zur Unterstützung des zentralen Mittelfeldspielers sollen sich zusätzlich die Verteidiger an den Seiten mit nach vorne einschalten.
  • Bei Ballverlust ist ein sofortiges Umschalten auch des zentralen Spielers unabdingbar, um Überzahlsituationen (z. B. 3 gegen 2) der Kontermannschaft zu verhindern.

Vorteile

  • Zwei 'feste' Verteidiger geben die Aufgabenverteilung in der Defensive fest vor.
  • Der feste Stürmer stellt die Anspielstation in der Spitze.
  • Durch die Fokussierung auf das Zentrum ist ein schnelleres Kombinationsspiel vor das gegnerische Tor und damit ein zielstrebigerer Abschluss möglich.
  • Bei Ballbesitz des Gegners gegen den geordneten Defensivverbund ist das Zentrum als torgefährlicher Raum kompakt besetzt.
  • Einfache Dreiecksbildung im Spielaufbau durch mitspielende Verteidiger!
  • Klare Positionsvorgaben!

Nachteile

  • Vermehrter Spielaufbau durch das Zentrum einfach zu durchschauen bzw. zu verteidigen.
  • Durch die starke Vorwärtsorientierung der Verteidiger besteht eine erhöhte Gefahr für schnelle Konter des Gegners nach einem Ballverlust (auch bei einem fehlenden bzw. verspäteten Umschalten des zentralen Mittelfeldspielers).
  • Das Spielsystem ist nur mit einem sehr spielstarken zentralen Mittelfeldspieler anwendbar. Wird dieser zugestellt und so 'aus dem Spiel genommen' gibt es nur noch wenige Handlungsalternativen.
Der schnelle Hallenfußball erfordert eine optimale Abstimmung zwischen den Spielern! © 2012 FIFA
Der schnelle Hallenfußball erfordert eine optimale Abstimmung zwischen den Spielern!

Taktik in der Halle systematisch trainieren!

Sie sehen: Jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Welches entsprechend für das eigene Team am besten passt, können Sie anhand der aufgezählten Pro- und Kontraargumente selbst abwägen. Gegebenenfalls ist auch ein Blick auf die Stärken und Schwächen des Gegners hilfreich! Schließlich muss ein gewähltes Spielsystem vor allen Dingen in der Halle nicht in Stein gemeißelt sein, sondern kann je nach Situation und Erfordernis auch kurzfristig variiert werden.

Wer also in Bezug auf die mannschaftstaktischen Hallenprinzipien umfassend geschult ist, der hat 'gute Karten': Je besser das mannschaftstaktische Zusammenspiel eines Teams funktioniert und je flexibler sich die Spieler auf sich bietende Situationen einstellen können, desto höher die Wahrscheinlichkeit, ein Spiel in der Halle auch gewinnen zu können. Hinzu kommt, dass das schnelle Erkennen, Entscheiden und Umsetzen die Spieler auch individuell einen Riesenschritt weiterbringt. Von einem systematischen Hallentraining profitieren sie und das Team also nicht nur bei Turnieren in der Halle. Auch auf dem Feld kommen taktisch flexible Spieler mit neuen ungewohnten Situationen deutlich besser zurecht und können diese oftmals kreativ lösen.

Auch, wenn das einfache 'Kicken' bei den Spielern natürlich auf Grund des Spaßcharakters hoch im Kurs steht, so gilt es deshalb trotzdem, die vorgestellten Prinzipien sowie die verschiedenen Systeme intensiv zu schulen. Wie bereits erwähnt, gibt es in der Halle kaum die Möglichkeit, Schwächen bei der Zuordnung bzw. der gegenseitigen Abstimmung noch anderweitig auszubügeln. Auch fehlt es an der Zeit, bei den kurzen Spielzeiten einen bestehenden Rückstand noch zu egalisieren.

Eine geeignete Hallentrainingseinheit mit entsprechenden taktischen Inhalten – aufgezeichnet in einer Soccerhalle – stellen wir Ihnen unter 'Themenverwandte Links' zur Verfügung ('Systemtraining: Rotieren in der Raute!' – siehe unten). Hierfür haben wir die U15-Junioren von Borussia Münster beispielhaft auch mit der Kamera besucht. Reinschauen lohnt sich!